SpOn 02.10.2026
21:04 Uhr

Coldmirror: YouTuberin empfindet »keine Liebe mehr« für Harry Potter


Die YouTuberin Coldmirror wurde ab 2006 berühmt mit Neusynchronisationen. Darunter der Millenial-Hit »Harry Potter und ein Stein«. Nun erzählt sie, wie sie sich von Harry distanziert hat.

Coldmirror: YouTuberin empfindet »keine Liebe mehr« für Harry Potter

»Yo, ich bin Fresh Dumbledore!« Die YouTuberin Coldmirror, eigentlich Kathrin Fricke, schuf mit ihren Neusynchronisationen von »Harry Potter«-Filmen fast schon eine eigene Kunstform. Eine ganze Generation von Millenials kann noch immer aus »Harry Potter und ein Stein«, »Harry Potter und der geheime Pornokeller« oder »Harry Potter und der Plastikpokal« zitieren. Doch seit Coldmirrors erstem Video 2006 sind 20 Jahre vergangen, vieles hat sich verändert: Heute distanziert Coldmirror sich von Harry Potter.

»Ich habe keine Liebe mehr für Harry. Ein Grundinteresse schon, aber ich kann das nicht mehr mit gutem Gewissen angucken«, sagte Kathrin Fricke der »Süddeutschen Zeitung« . Ihre Begründung: Das Engagement der Autorin J. K. Rowling gegen trans Menschen.

Mit dem Ende ihres Podcasts über den ersten Harry-Potter-Film  habe sie 2023 einen Schlussstrich gezogen, sagte Fricke. »Was J.K. Rowling jetzt abzieht, das ist nicht mehr heimelig und schön und niedlich und magisch. Für mich ist das Thema durch.« Auf die Frage nach Rowlings transfeindlichen Äußerungen warf sie der Autorin vor, auch ihr Geld aktiv einzusetzen, um Menschen das Leben schwer zu machen.

Harry-Potter-Autorin Rowling macht seit Jahren mit Äußerungen zur Debatte über Trans- und Frauenrechte auf sich aufmerksam und wird dafür massiv kritisiert. Sie vertritt die Auffassung, das biologische Geschlecht könne nicht geändert werden. Rowling warnt etwa vor Gefahren für Frauen, wenn etwa nach Geschlechtern getrennte Toiletten oder Umkleiden trans Mensch offenstehen. Stars aus der Harry-Potter-Filmreihe wie Daniel Radcliffe hatten sich vor Jahren von Rowling distanziert.

Kathrin Fricke aka Coldmirror im Jahr 2016

Kathrin Fricke aka Coldmirror im Jahr 2016

Foto: Maurizio Gambarini / dpa

Und auch Medienkünstlerin Coldmirror distanziert sich. Dabei habe Harry Potter ihr früher durch eine schwere Zeit geholfen, sagte Fricke. Die magische Welt sei ein Rückzugsort gewesen. Die Aussicht auf einen neuen Band oder Film habe ihr etwas gegeben, worauf sie sich freuen konnte. Ihre achtjährige, in fünf Minuten pro Folge getrennte Analyse des Films »Harry Potter und der Stein der Weisen« im Podcast sei eine große Liebeserklärung gewesen.

Um Harry Potter habe sie getrauert, sagte die 41-Jährige. Was Fans durch die Geschichten an Kraft gewonnen oder an Freundschaften gefunden hätten, bleibe ihnen aber erhalten.

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Coldmirror zählt auf ihrem YouTube-Kanal heute 1,6 Millionen Abonnenten, er gehört zum öffentlich-rechtlichen Netzwerk Funk.

ptz/dpa