Jonathan C., einer der mutmaßlichen Entführer der Block-Kinder, bekommt für eine Zeugenaussage in dem Prozess sicheres Geleit. Das teilte die Staatsanwaltschaft Hamburg auf Nachfrage mit. Zuvor hatte die »Bild« -Zeitung berichtet.
Bereits drei Männer und eine Frau aus Israel hatten diese Zusage erhalten. Sie müssen zu einem späteren Zeitpunkt ebenfalls mit einer Anklage und einem Prozess rechnen. Im Fall von Jonathan C. hatte die Staatsanwaltschaft bisher gesagt, seine Rolle in diesem Verfahren sei nicht bedeutend genug. Es war geplant, dass er per Videoübertragung als Zeuge im Gerichtsprozess gegen Christina Block vernommen werden sollte.
Doch das ist nun nicht mehr der Fall: Zutreffend sei, dass das Ermittlungsgericht dem Beschuldigten auf seinen Antrag hin nun sicheres Geleit für die Dauer einer Zeugenaussage in dem vor dem Landgericht Hamburg geführten Verfahren gegen Christina Block und andere gewährt habe, teilte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft mit. »Die Staatsanwaltschaft hatte keinen entsprechenden Antrag gestellt, weil die Voraussetzungen dieser Ausnahmevorschrift aus ihrer Sicht nicht vorlagen.« In der Strafprozessordnung heißt es: »Das sichere Geleit gewährt Befreiung von der Untersuchungshaft.«
Glaubte er an Rechtmäßigkeit der Aktion?
Jonathan C. der als Model arbeitete und nach eigenen Worten früher lange in Hamburg lebte, hatte sich im Frühjahr aus Israel in dem Podcast »Der Fall Block« erstmals in einem Interview in Deutschland zu Wort gemeldet. Darin hatte er betont, ihm sei vorher gesagt worden, die Rückholaktion der Block-Kinder sei rechtmäßig. Er habe helfen wollen. Nach Aussage anderer mutmaßlicher Entführer war Jonathan C. erst kurzfristig in das Team geholt worden, weil er gut Deutsch sprach und mit den Kindern kommunizieren sollte.
Die Unternehmerin Christina Block ist angeklagt, eine israelische Sicherheitsfirma nach einem langen Sorgerechtsstreit damit beauftragt zu haben, ihre beiden jüngsten Kinder vom Wohnort des Ex-Mannes in Dänemark nach Deutschland zu entführen. Die Tochter des Gründers der Steakhaus-Kette Block House, Eugen Block, bestreitet die Vorwürfe. Es gibt in dem Prozess, der bereits seit Juli 2025 läuft, sechs weitere Angeklagte.
Transparenzhinweis: SPIEGEL-Redakteur Christopher Piltz ist als Experte regelmäßiger Gast im Podcast »Der Fall Block«.
