Seinen größten Hit schrieb er in wenigen Minuten – und dass man das »Wild Thing« auch irgendwie anhört, ist Teil seines Charmes. Chip Taylor schrieb den sexuell aufgeladenen, simplen Rock-’n’-Roll-Song ursprünglich 1965 für die New Yorker Band The Wild Ones. Doch ein Hitparadenerfolg wurde er erst in der Version der englischen Rockband The Troggs.
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Die Troggs konnten sich am 30. Juli 1966 über ihren ersten Nummer-eins-Hit in den Billboard Hot 100 freuen, den US-Single-Charts. Danach gab es noch zahlreiche weitere Coverversion, so von Jimi Hendrix 1967 beim Monterey Pop Festival, als er zum Ende des Liedes seine Gitarre in Brand setzte. Weitere Versionen nahmen die US-Punkband X und die deutsche Crossovergruppe Mr. Ed Jumps The Gun auf. In deutscher Sprache gab es auch humoristische Versionen von Frank Zander (»Erna«), Otto Waalkes (»Wild Zink«) oder Torfrock (»Wildsau«).
Chip Taylor, der als James Wesley Voight 1940 zur Welt kam, wollte ursprünglich in die Fußstapfen seines Vaters treten und professioneller Golfspieler werden. Seine Brüder wurden bekannt als Geologe (Barry Voight) und als Filmschauspieler: Jon Voight, Oscargewinner für seine Rolle in »Coming Home«, »Hollywood-Botschafter« für US-Präsident Donald Trump und Vater von Angelina Jolie.
Chip Taylor mit Bruder Jon Voight
Foto: Henry McGee / MediaPunch / IPx / APBevor er Jolies Onkel wurde, schlug James Wesley Voight eine musikalische Karriere ein. Als Wes Voight nahm er Ende der Fünfzigerjahre einige Rockabillysingles auf, bevor er größeren Erfolg als Songwriter für andere Interpreten hatte – unter dem Pseudonym Chip Taylor. In den Sechziger- und Siebzigerjahren sangen die Hollies einige seiner Lieder wie »I Can’t Let Go« oder »The Baby«. Auch für die Troggs schrieb er noch einen weiteren Hit, »Any Way That You Want Me«.
Eine lange Karriere hatte ein anderer Song von Chip Taylor, der 1967 erstmals von der US-Sängerin Evie Sands aufgenommen wurde: »Angel of the Morning«. Erstmals in die US-Charts kam der Titel ein Jahr später in der Version von Merrilee Rush. In Deutschland platzierte sich erst die Country-Rockversion von Juice Newton aus dem Jahr 1980.
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Noch größer war der kommerzielle Erfolg von »Angel«, dem Nummer-eins-Hit des Reggaesängers Shaggy (mit Rayvon) aus dem Jahr 2001. »Angel« bedient sich der Akkorde und der Melodie von »Angel of the Morning«, Chip Taylor bekam berechtigterweise einen Songwritingcredit.
Zu dieser Zeit brachte Chip Taylor einige entspannte Singer-Songwriter-Alben heraus, nachdem er seine Spielsucht überwunden hatte: Lange Jahre nahm er keine Songs auf, sondern machte aus seinem Hobby Pferdewetten einen Beruf.
Am Montag ist Chip Taylor in einem Hospiz gestorben. Das berichteten US-Medien wie »Variety« und »The Hollywood Reporter« unter Bezug auf Taylors Freund und Songwritingpartner Billy Vera . Seine Kinder bestätigten die Nachricht auf Facebook . Chip Taylor wurde 86 Jahre alt.
