SpOn 02.10.2026
06:47 Uhr

Chile: Blumenmeer in der Atacama-Wüste – El Niño bringt Regen


Die Wüste im Westen Südamerikas gilt als einer der trockensten Orte der Welt – und jetzt regnet es dort. An die 200 Pflanzenarten nutzen die seltene Chance sofort und sprießen. Wie das möglich ist? El Niño bringt Wolken.

Chile: Blumenmeer in der Atacama-Wüste – El Niño bringt Regen
Klimakrise

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Bunt statt Sand: In der Atacama-Wüste an der Pazifikküste Südamerikas ist derzeit ein besonderes Phänomen zu beobachten: An einem der trockensten Orte der Welt sprießen Blumen. Die Ursache für diese kuriose Situation im südlichen Frühling ist in dem Klimaphänomen El Niño zu sehen, wie Aida Baldini Urrutia, die Leiterin der chilenischen Forstbehörde Conaf, in einem Interview des Senders CNN Chile  erläutert.

Was andernorts Unheil anrichte, begünstige in der Atacama-Wüste das Wachstum von Pflanzen, informiert die Behördenleiterin. Die durch El Niño verursachten Niederschläge führten dazu, dass auf einer Fläche von 17.000 Quadratkilometern rund 200 verschiedene Pflanzen gedeihen – und das in der trockensten nicht polaren Wüste der Erde.

Am einem der trockensten Orte der Welt: Gerade gedeihen Blumen – und Tausende Touristen pilgern in die Wüste

Am einem der trockensten Orte der Welt: Gerade gedeihen Blumen – und Tausende Touristen pilgern in die Wüste

Foto: Esteban Felix / AP / dpa

Der Höhepunkt der Blütenpracht sei jetzt im Oktober zu beobachten, so Baldini Urrutia. Sie geht davon aus, dass noch bis Ende November die Pflanzen in der Wüste zu bestaunen sein werden.

Die Forstbehörde erwartet bis dahin insgesamt rund eine Million Besucher aus dem In- und Ausland, die wegen des Blütenmeers in die chilenischen Nationalparks Desierto Florido, Llanos de Challe und Pan de Azúcar kommen.

Super-El-Niño bedroht vor allem den Globalen Süden

Bei El Niño handelt es sich um ein Phänomen, das weltweit das Wetter durcheinanderbringt. Ursache sind schwächere Passatwinde über dem tropischen Pazifik, wie die Weltwetterorganisation (WMO) erläutert .

Wenn warmes Wasser und Wolken auf die sonst trockene Küste Südamerikas treffen, führt dies zu höheren Niederschlagsmengen, die allerdings auch Überschwemmungen bringen können.

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El Niños dauern meist neun bis zwölf Monate, erreichen den Höhepunkt zwischen November und Februar. In der Regel tritt das Phänomen alle zwei bis sieben Jahre auf. »El Niño« heißt übersetzt »das Christkind«. Der Name stammt von Fischern in Peru, die den Temperaturanstieg des Meeres oft in der Weihnachtszeit bemerkten. Für dieses Jahr hat die Weltwetterorganisation einen sehr starken El Niño prognostiziert .

Besonders hart betroffen sind die Länder des Globalen Südens, die mit gefährlichen Extremwetterlagen rechnen müssen. Forscher des Climate Impact Lab haben errechnet , mit wie vielen Toten bei einem besonders starken El Niño zu rechnen ist: Ihrer Prognose zufolge könnte die zu erwartende Hitzewelle bis Ende Februar 2027 weltweit zu rund 450.000 zusätzlichen Toten führen. Dazu kämen noch die Opfer von Waldbränden, Extremregen und Fluten, die ebenfalls von El Niño mitverursacht werden.

Der Super-El-Niño, der sich im Pazifik zusammenbraut, könnte Billionenschäden zur Folge haben. Ein Zusammenhang mit dem Klimawandel galt bisher als nicht belegt. Eine neue Studie könnte das ändern. Die Hintergründe lesen Sie hier. 

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Fassung dieser Meldung war der Name des Nationalparks Llanos de Challe falsch geschrieben, wir haben ihn korrigiert.

oka/dpa