Vor der letzten Bundestagswahl sollen sie Hunderte Autos beschädigt haben: Nach einer Serie von Bauschaum-Attacken sind drei Männer und eine Frau angeklagt worden. Das teilte die Staatsanwaltschaft in Ulm mit. Die Behörde wirft den 18- bis 21-Jährigen »gemeinschaftliche Sachbeschädigung« vor. Das Amtsgericht Ulm muss jetzt über die Zulassung der Anklage entscheiden.
Laut Anklagebehörde sollen die jungen Leute in Blaubeuren, in Langenau, in Ulm, in Neu-Ulm, in Schönefeld (Brandenburg) sowie in Berlin an zahlreichen Fahrzeugen einen Schaden von mehr als 13.000 Euro verursacht haben.
Mutmaßliches Ziel: Beeinflussung der Bundestagswahl 2025
Dabei hatten die Angeschuldigten demnach die Abgasrohre der Fahrzeuge mit Bauschaum befüllt und einen Aufkleber mit der Aufschrift »SEI GRÜNER!« mitsamt einem Bild des damaligen grünen Bundeswirtschaftsministers Robert Habeck am Fahrzeug angebracht.
Bauschaum (Symbolbild)
Foto:Shotshop / IMAGO
Die Anklagebehörde geht davon aus, dass die vier von einem Auftraggeber gezielt angestiftet wurden. Die Aktionen sollten aussehen, als wären radikale Klimaaktivisten am Werk gewesen, und die Wut auf klimafreundliche Politik schüren. Dadurch sollte offenbar das Wahlverhalten der deutschen Bevölkerung vor der Bundestagswahl im Frühjahr 2025 beeinflusst werden. Ihnen seien für jedes beschädigte Fahrzeug 100 Euro in Aussicht gestellt worden.
Wer sind die Drahtzieher der Sabotage?
Laut früheren Angaben der Staatsanwaltschaft hatte ein Tatverdächtiger angegeben, dass die Taten durch einen wohl serbischen Staatsangehörigen aus Russland, dessen Identität noch ungeklärt ist, in Auftrag gegeben worden seien. Dennoch wurden die Ermittlungen gegen die Drahtzieher mittlerweile eingestellt.
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Ein 19 Jahre alter Beschuldigter, der wegen einer anderen Tat in Untersuchungshaft sitzt, hat sich laut Anklagebehörde geäußert und auch seine Mitangeschuldigten belastet. Die drei restlichen Verdächtigen bestritten die Tatvorwürfe oder machten von ihrem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch.
Was über die vier Verdächtigen bekannt ist und warum der SPIEGEL russische Auftraggeber vermutet, lesen Sie hier .
