SpOn 18.08.2026
16:37 Uhr

Boeing am Flughafen München: Flugzeug von Vietnam Airlines hatte offenbar Beschleunigungsprobleme


Die Ursache der Beinahe-Katastrophe von München war möglicherweise ein technischer Defekt. Das soll aus einem vorläufigen Untersuchungsbericht hervorgehen.

Boeing am Flughafen München: Flugzeug von Vietnam Airlines hatte offenbar Beschleunigungsprobleme

Zu der beinahe beim Start am Münchner Flughafen verunglückten Boeing 787-9 liegt offenbar ein vorläufiger Untersuchungsbericht von Vietnams Luftfahrtbehörde vor. Laut der Nachrichtenagentur dpa legt dieser ein technisches Problem an der Vietnam-Airlines-Maschine schon beim Start nahe.

Beim Beschleunigen auf dem Rollfeld habe die Besatzung bereits Probleme mit der Boeing festgestellt, hieß es demnach in dem Bericht unter Berufung auf die Piloten des Fluges. Ungefähr auf halbem Weg auf der Startbahn habe die Maschine rund zwei Sekunden lang nicht an Tempo zugelegt. Danach habe die Maschine zunächst bis zur kritisch erforderlichen Geschwindigkeit beschleunigt, aber dann sei das Tempo abgefallen.

Da nicht mehr genug Strecke auf der Bahn vorhanden gewesen sei, um den Start sicher abzubrechen, habe der Pilot den Startvorgang fortgesetzt, heißt es weiter im Bericht der Luftfahrtbehörde vom Dienstag. Der Pilot habe die Triebwerksschubhebel auf maximale Position gebracht und die Flugzeugnase hochgezogen.

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Nach dem gerade noch erfolgreichen Abheben habe die Maschine Warnmeldungen abgegeben, dass das Heck auf die Startbahn getroffen sei – ein sogenannter Tailstrike – und zudem vier Reifen Luft verlören. In einer späteren ersten Inspektion sei festgestellt worden, dass die Reifen – drei auf der linken Fahrwerksseite, einer auf der rechten – geplatzt seien. Die Besatzung habe daraufhin die Flugsicherung informiert und entschieden, für eine technische Überprüfung nach München zurückzukehren.

Vor der Landung ließ die Maschine noch Kerosin ab, um leicht genug für eine sichere Landung zu sein. Zudem ließ der Pilot die Maschine zwei Schleifen in niedriger Höhe über dem Flughafen drehen, damit die Flugsicherung den Zustand des Fahrwerks beurteilen konnte. Nachdem keine Abnormitäten daran festgestellt wurden, habe der Pilot das Flugzeug gelandet, heißt es in dem Bericht.

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Aufnahmen in sozialen Medien zeigten, wie die Boeing von Flug VN34 am Samstag beim Start über die Bahn hinausraste und – eine Staubwolke hinterlassend – abhob. Bei der Landung rund zwei Stunden später war Qualm zu sehen, der am Fahrwerk aufstieg. Laut dem vorläufigen Bericht der vietnamesischen Behörde gab es im Flugzeug selbst kein Feuer oder keinen Rauch. Verletzt wurde niemand.

Beim Start von Flug VN34 in München fehlte nicht viel, und es wäre zu einem Inferno gekommen. Experte Heinrich Großbongardt benennt mögliche Gründe: Lesen Sie hier eine Rekonstruktion einer Beinahe-Katastrophe .

svs/dpa