SpOn 17.09.2026
17:19 Uhr

Berlin-Brandenburg: Fluggast nach Attacke am Flughafen BER in U-Haft


Ein offenbar betrunkener Fluggast prügelte im Berliner Airport auf einen Mitarbeiter ein. Jetzt ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen versuchten Totschlags.

Berlin-Brandenburg: Fluggast nach Attacke am Flughafen BER in U-Haft

Am Flughafen Berlin Brandenburg hat ein 22-Jähriger auf einen Mitarbeiter eingeschlagen. Laut der Polizei waren zwei Fluggäste aus Estland zu spät zum Boarding gekommen. Deshalb sei ihnen am Gate verweigert worden, mitzufliegen. Es kam zum Streit mit dem 48 Jahre alten Mitarbeiter. Er war nach Angaben des Flughafens im Auftrag einer Airline mit dem Boarding vor dem Abflug der Maschine beschäftigt.

Der Fall trug sich bereits am Abend des 6. September an einem Abfluggate des BER zu. Zuvor berichteten die »Berliner Zeitung« und andere Medien darüber. Am Dienstag ist der mutmaßliche Täter in U-Haft genommen worden, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Cottbus der Nachrichtenagentur dpa.

Gegen den 22-Jährigen wird wegen versuchten Totschlags ermittelt. Zunächst waren die Ermittler von einer gefährlichen Körperverletzung ausgegangen. Nach einer Neubewertung wurde jedoch ein Haftbefehl wegen Verdachts des versuchten Totschlags beantragt, sagte der Sprecher.

Tatverdächtiger soll angetrunken gewesen sein

Die Situation sei schnell »ausgeartet«, heißt es von der Polizei. Der Tatverdächtige sei angetrunken gewesen und habe ziemlich heftig und oft zugeschlagen. Die alarmierte Bundespolizei soll den Angreifer in Gewahrsam genommen haben.

Der Flughafenbetreiber zeigte sich »sehr betroffen« wegen des Angriffs. »Dieses Ausmaß an Gewalt macht uns fassungslos«, sagte die Vorsitzende der Geschäftsführung der Flughafen Berlin Brandenburg GmbH, Aletta von Massenbach.

Der schwer verletzte Mitarbeiter am BER wurde laut Staatsanwaltschaft inzwischen aus dem Krankenhaus entlassen. Auf einem Video, das die »Bild«-Zeitung  veröffentlichte, ist zu sehen, wie der 48-Jährige zu Boden geht, dann noch versucht, wegzukommen, aber immer wieder geschlagen wird. Andere Passagiere und Polizeikräfte hätten den Angreifer dann von weiteren Taten abhalten können, sagte der Polizeisprecher.

hba/dpa