SpOn 24.03.2026
08:46 Uhr

Berlin: Razzia nach mutmaßlich linksextremistischem Brandanschlag im September


Tausende Menschen in Berlin mussten im vergangenen September wegen eines mutmaßlich extremistischen Brandanschlags tagelang ohne Strom auskommen. Nun gab es Durchsuchungen gegen »namentlich bekannte Beschuldigte«.

Berlin: Razzia nach mutmaßlich linksextremistischem Brandanschlag im September

Nach einem mutmaßlichen Brandanschlag auf Hochspannungsmasten in Berlin im September vergangenen Jahres lässt die Generalstaatsanwaltschaft Berlin seit den Morgenstunden zahlreiche Wohnungen durchsuchen. Wie der Sprecher der Behörde, Alan Bauer, dem SPIEGEL bestätigte, würden in Berlin derzeit 14 Durchsuchungsbeschlüsse vollstreckt. Zuvor hatten »Bild«  und »Welt«  berichtet.

Die Maßnahmen richteten sich gegen »mehrere namentlich bekannte Beschuldigte«. Weitere Informationen wollte Bauer unter Verweis auf die laufende Razzia zunächst nicht mitteilen. Später telte die Generalstaatsanwaltschaft mit, es handele sich um vier Personen im Alter von inzwischen 28, 31, 35 und 36 Jahren.

Zusätzlich zu den Durchsuchungen in den Berliner Bezirken Mitte, Neukölln, Treptow-Köpenick, Friedrichshain-Kreuzberg und Pankow wurden auch vier Objekte in Brandenburg (Kyritz), Hamburg und Nordrhein-Westfalen (Düsseldorf) durchsucht. Haftbefehle wurden laut SPIEGEL-Informationen offenbar nicht vollstreckt.

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Insgesamt waren laut Polizei 500 Einsatzkräfte an den Durchsuchungen beteiligt. Vorausgegangen seien umfangreiche Ermittlungen der Ermittlungsgruppe »Spannung« des Polizeilichen Staatsschutzes, unter anderem wegen des Verdachts der verfassungsfeindlichen Sabotage, Bildung einer kriminellen Vereinigung sowie der Brandstiftung.

Bei den Durchsuchungen wurden den Behörden zufolge umfangreiche Beweismittel sichergestellt, die nun ausgewertet würden. Darunter seien unter anderem Mobiltelefone, Laptops, Unterlagen und weitere elektronische Geräte.

Bekennerschreiben im Internet

Mutmaßliche Linksextremisten hatten am 9. September 2025 einen Brandanschlag verübt und damit einen tagelangen Stromausfall ausgelöst. Das Feuer zerstörte mehrere dicke Starkstromleitungen am Fuß von zwei Strommasten in Berlin-Johannisthal im Bezirk Treptow-Köpenick.

In einem Bekennerschreiben im Internet war von einem Angriff auf den Technologiepark Adlershof und die dortigen Firmen und Forschungseinrichtungen aus den Bereichen IT, Robotik, Bio- und Nanotechnologie, Raumfahrt sowie Sicherheits- und Rüstungsindustrie die Rede.

Anfangs waren rund 50.000 private und betriebliche Kunden der landeseigenen Stromnetz Berlin GmbH von dem Stromausfall betroffen. Bei den Firmen wurden nach Schätzungen Schäden zwischen 30 und 70 Millionen Euro verursacht.

Lesen Sie hier  mehr zu den Folgen des Stromausfalls: »Den Tätern würde ich gern schreiben: Ihr habt das Leben einer 94-Jährigen zerstört«

bbr/srö/AFP/dpa