SpOn 24.09.2026
16:10 Uhr

Berlin: Dietmar Woidke warnt SPD vor Koalition mit Linken


Obwohl Dietmar Woidke in Brandenburg jahrelang eine rot-rote Regierung führte, rät der Ministerpräsident der Berliner SPD von einer Koalition mit der Linken ab. In ihrem derzeitigen Zustand dürfe die Partei nicht regieren.

Berlin: Dietmar Woidke warnt SPD vor Koalition mit Linken

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) hat die Berliner Sozialdemokraten vor einer Koalition mit der Linken gewarnt. »Ich kann meiner Partei in Berlin nur raten, von einer Koalition mit der Linken Abstand zu nehmen«, sagte Woidke dem »Tagesspiegel«. Eine solche Koalition wäre laut Woidke »ein Sicherheitsrisiko für Berlin«.

Die Linke strebt nach dem Sieg bei der Abgeordnetenhauswahl eine Koalition mit Grünen und SPD an. Die früheren Regierenden Michael Müller und Walter Momper (beide SPD) hatten Gespräche der SPD mit der Linken abgelehnt.

Woidke warf Teilen der Berliner Linken Antisemitismus und eine Nähe zur Clankriminalität vor. »Die Berliner Linke ist in Teilen offen antisemitisch und in Teilen mindestens offen auch für kriminelle Clans«, sagte er. Zudem warnte er vor einer »Schwächung von Justiz, Polizei und Verfassungsschutz« durch die Partei. »Diese Partei im jetzigen Zustand darf nicht regieren«, so Deutschlands dienstältester Ministerpräsident.

Jubel bei der Berliner Linken um Spitzenkandidatin Elif Eralp nach dem Wahlsieg

Jubel bei der Berliner Linken um Spitzenkandidatin Elif Eralp nach dem Wahlsieg

Foto: Sebastian Gollnow / dpa

Die Linke war unter anderem wegen umstrittener Positionen von Teilen der Partei zum Nahostkonflikt und zum Antisemitismus in die Kritik geraten. Die Parteispitze wies die Vorwürfe zurück.

Kritik an Plänen zur Vergesellschaftung von Immobilienkonzernen

Woidke kritisierte auch die Pläne der Linken zur Umsetzung des Volksentscheids über die Vergesellschaftung großer Immobilienkonzerne. »Allein dass da Menschen umhergehen und erzählen, wir müssen nur enteignen, und schon sind beim Wohnen alle Probleme gelöst, halte ich für abenteuerlich und verantwortungslos«, sagte er.

Zudem gebe es Differenzen bei der Ansiedlung von Rüstungsindustrie. Deutschland und Europa benötigten diese Branche, um verteidigungsfähig zu sein, sagte Woidke. Er hoffe, dass eine neue Berliner Landesregierung dabei eng mit Brandenburg kooperieren werde. Die Linke sieht eine solche Ansiedlung dagegen sehr kritisch.

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Woidke stand von 2013 bis 2019 an der Spitze einer rot-roten Regierung in Brandenburg. Er sagte, die Linke dort sei politisch »komplett anders aufgestellt« gewesen als die Partei in Berlin.

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luc/dpa