SpOn 03.10.2026
16:36 Uhr

Baden-Württemberg: Justiz versteigert Lamborghini bei Rekordauktion


Lust auf einen Sportwagen? Oder doch lieber eine Rolex? Dann könnte eine Auktion in Stuttgart etwas für Sie sein. Dort werden bei Kriminellen beschlagnahmte Autos und Luxusuhren versteigert.

Baden-Württemberg: Justiz versteigert Lamborghini bei Rekordauktion

Bei der nach Behördenangaben bislang größten Justizauktion Baden-Württembergs kommt Ende des Monats beschlagnahmter Luxus unter den Hammer. Am 24. Oktober sollen im Mercedes-Benz-Museum in Stuttgart 15 Autos, vier Luxusuhren und drei Motorräder versteigert werden. Die Fahrzeuge und Uhren wurden in Strafverfahren sichergestellt oder gepfändet, teilte das Amtsgericht Stuttgart mit.

Zu den Wertgegenständen gehören unter anderem  Rolex-Uhren, Harley-Davidson-Motorräder und Sportwagen von Porsche und Lamborghini. Die Auktion ist so außergewöhnlich, dass Justizminister Moritz Oppelt (CDU) für den Montag gemeinsam mit dem Obergerichtsvollzieher des Stuttgarter Amtsgerichts, mit der Generalstaatsanwaltschaft und dem Auktionshaus Eppli eine Pressekonferenz einberufen hat.

Das Prunkstück der Versteigerung schimmert in der Farbe »Grün-Metallic« und hat Scherentüren – ein Lamborghini Aventador Ultimae mit einem 780 PS starken V12-Saugmotor. Der Startpreis beträgt 380.000 Euro, der Schätzwert reicht bis zu 780.000 Euro. Auf dem Tacho stehen gerade einmal 98 Kilometer, der Supersportwagen ist damit praktisch fabrikneu.

Möglicherweise unterschlagenes Krypto-Erbe

Wem die Sportautos und Nobeluhren gehörten, verrät das Justizministerium nicht. Die Gegenstände stammen aber aus Verfahren im Zuständigkeitsbereich der Taskforce Finanzkriminalität. Die Ermittlungseinheit verfolgt herausgehobene Fälle von Geldwäsche sowie organisierter Wirtschafts- und Steuerkriminalität. Recherchen der Nachrichtenagentur dpa zufolge geht es unter anderem um den Fall eines mutmaßlich unterschlagenen Krypto-Erbes in Millionenhöhe.

Wegen des Verdachts der Geldwäsche und Steuerhinterziehung hatten Ermittler im Frühjahr Wohnungen und Geschäftsräume unter anderem in den Landkreisen Freudenstadt, Ludwigsburg und Esslingen durchsucht. Dabei beschlagnahmten sie Kryptowährungen im Wert von rund 64 Millionen Euro, hochwertige Autos und Motorräder, teure Uhren sowie Bargeld. Mehrere Personen sollen nach einem Erbfall Bitcoin und andere digitale Währungen einer Erbschaft entzogen und anschließend deren Herkunft verschleiert haben, wie die Taskforce Finanzkriminalität damals mitteilte.

fdi/dpa