SpOn 26.03.2026
12:16 Uhr

Baden-Württemberg: CDU rechnet mit Manuel Hagel ab


Mitten in grün-schwarzen Sondierungen kommt scharfe Kritik an Manuel Hagel aus dem eigenen CDU-Landesverband in Baden-Württemberg. Im konservativen Flügel ist von »fataler Inhaltslosigkeit und fehlender Spontaneität« die Rede.

Baden-Württemberg: CDU rechnet mit Manuel Hagel ab

In der kritischen Phase der grün-schwarzen Sondierungsgespräche wird der gescheiterte CDU-Spitzenkandidat Manuel Hagel aus den eigenen Reihen massiv angegriffen. Der Landeschef der CDU-Mittelstandsvereinigung (MIT) Baden-Württemberg, Bastian Atzger, gibt Hagel und dessen Team in einem Meinungsbeitrag für die MIT-Mitgliederzeitschrift (»Wirtschaftsforum«) die Schuld daran, dass ein sicher geglaubter Sieg verspielt worden sei.

Ein »schlecht geplanter und ungeschickt ausgeführter Wahlkampf« habe den Vorsprung dahinschmelzen lassen. Nun stehe die Südwest-CDU »vor den Trümmern einer Strategie«, der es an »jeder Form von Angriffslust« gefehlt habe. Der Wahlkampf habe einer »Fahrt im Schlafwagen« geglichen, »die in kollektive Panik mündete und schließlich in Depression endete«.

Ungenutzte Angriffspunkte

Atzger hält Hagel dem Grünen-Spitzenkandidaten Cem Özdemir für unterlegen; das Duell sei eine »asymmetrische Begegnung« gewesen. Özdemir habe es »meisterhaft« verstanden, sich digital authentisch zu präsentieren: »Er holte die Menschen durch eine geschickte Selbstpräsentation ab, wirkte nahbar und – trotz aller politischen Altlasten – integer«. Angriffspunkte »wie die Bonusmeilen-Affäre, Sponsoring-Fragen oder steuerliche Ungereimtheiten« habe die CDU ungenutzt gelassen.

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Als Symbol der Kampagne nennt Atzger das »Rehaugen-Video«. Hagels »unbeholfene Reaktion« habe »eine fatale Inhaltslosigkeit und eine fehlende Spontaneität« entlarvt. Insgesamt sei er »in all seinen Auftritten zu kontrolliert, mit auswendig gelernten Statements, ohne Authentizität«. Als »schmerzhafte Erkenntnis« schreibt Atzger: »Charismatische Führungsstärke lässt sich nicht simulieren«.

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Schon am 9. März bilanzierte Atzger auf X: »Unklare Inhalte, feige Kampagne und wirre Botschaften – die Boygroup hat sich mit ihrem Wahlkampf selbst besiegt.« »Boygroup« wurde parteiintern Hagels Umfeld vor allem aus jüngeren Männern genannt. Hagel selbst wollte sich zu den Vorwürfen seines Parteikollegen bislang nicht äußern.

fin/dpa-AFX