SpOn 27.03.2026
04:57 Uhr

Andrew Tate: Britische Polizei ermittelt wieder wegen Vergewaltigungsvorwürfen


Das Verfahren gegen den Frauenhasser und Influencer Andrew Tate im britischen Hertfordshire wird neu aufgenommen. Doch auch die Polizei in dem Bezirk nördlich von London muss sich Ermittlungen stellen.

Andrew Tate: Britische Polizei ermittelt wieder wegen Vergewaltigungsvorwürfen

Andrew Tate gilt als berüchtigter Vertreter der sogenannten Manosphere – und gerät immer wieder mit dem Gesetz in Konflikt. Nun kommt ein neues, altes Verfahren hinzu. Die britische Polizei nimmt Ermittlungen wegen Vergewaltigungs- und Missbrauchsvorwürfen gegen den Influencer und bekennenden Frauenhasser wieder auf.

Wie die Polizeibehörde in Hertfordshire nördlich von London am Donnerstag mitteilte, sollen die Vorwürfe mehrerer Frauen aus den Jahren 2014 und 2015 erneut geprüft werden.

Es gehe um »die Straftatbestände der Vergewaltigung und der sexualisierten Gewalt«. Die Ermittlungen waren zuvor über mehrere Jahre geführt und 2019 eingestellt worden. Die Staatsanwaltschaft hatte damals wegen mangelnder Aussicht auf Verurteilung keine Anklage erhoben. Einer der damaligen Ermittler muss sich inzwischen seinerseits Ermittlungen stellen. Es geht um die Frage, ob die Polizei allen Anhaltspunkten nachgegangen ist.

Die mutmaßlichen Opfer Tates begrüßten die Entscheidung. Es sei »längst überfällig«, dass ihre Vorwürfe von Vergewaltigung, sexuellem Missbrauch und Übergriffen erneut untersucht würden, erklärten die Frauen.

Brüder sind Größen der sogenannten Manosphere

Andrew Tate, ein ehemaliger Kickboxer, erreichte mit frauenverachtenden Aussagen in sozialen Netzwerken Millionen Jugendliche und junge Männer. Sein Bruder Tristan assistierte ihm dabei. Die Brüder sind Größen der sogenannten Manosphere, einer Onlineblase mit frauenverachtenden Männern, die zerstörerische Männerbilder verbreiten und Jugendliche radikalisieren.

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Gegen Andrew Tate, der neben der britischen auch die US-Staatsbürgerschaft besitzt, laufen bereits mehrere Verfahren. In Rumänien, wo er zuletzt lebte, wird gegen ihn und seinen Bruder Tristan unter anderem wegen Menschenhandels, sexuellen Missbrauchs und Geldwäsche ermittelt.

In Großbritannien sind die Brüder zudem wegen Steuerdelikten und Geldwäschevorwürfen im Visier der Behörden. In einem weiteren Verfahren ermittelt die Polizei in Bedfordshire wegen Vergewaltigungs- und Menschenhandelsvorwürfen (mehr dazu hier). Die Tate-Brüder weisen alle Vorwürfe zurück.

jok/AFP