SpOn 10.05.2026
07:56 Uhr

AfD-Vorsitz der Kinderkommission sorgt für Kritik


Die AfD übernimmt den Vorsitz der Kinderkommission des Bundestags – und sorgt damit für Unmut. Sachverständige drohen offenbar mit Boykott, und nun meldet sich auch die katholische Kirche zu Wort.

AfD-Vorsitz der Kinderkommission sorgt für Kritik

Der künftige AfD-Vorsitz in der Kinderkommission des Deutschen Bundestags hat für Kritik aus der katholischen Kirche gesorgt. Politische Positionen, »die Ausgrenzung betreiben, Vielfalt infrage stellen oder Solidarität begrenzen«, stünden im Widerspruch zu den Werten der Kinderkommission, sagte Dirk Bingener, Präsident des Kindermissionswerks der katholischen Kirche »Die Sternsinger«. Der Vorsitz sei »nicht nur ein organisatorisches Amt, sondern ein wichtiges politisches Signal«.

Die Kinderkommission des Deutschen Bundestags hat sich zur Aufgabe gemacht, die Interessen von Kindern und Jugendlichen zu vertreten. Nun übernimmt ab Montag die AfD-Abgeordnete Angela Rudkza den Vorsitz für etwa sechs Monate. Das sorgt für Ärger: Wie die »Rheinische Post« berichtet , wurde das von Rudzka vorgelegte Arbeitsprogramm abgelehnt. Bislang habe sich die AfD »nur sehr begrenzt an der Sacharbeit beteiligt«, heißt es demnach etwa vom bisherigen Kommissionsvorsitzenden Michael Hose (CDU). Ferner hätten ihm Sachverständige mitgeteilt, dass sie unter einem AfD-Vorsitz nicht für Anhörungen zur Verfügung stünden, so die »Rheinische Post«. Dort entgegnet die AfD-Politikerin Rudzka: »Offenbar geht es manchen Fraktionen nicht um die Sache, sondern darum, parlamentarische Arbeit unter AfD-Vorsitz grundsätzlich zu blockieren.«

Mehr zum Thema

Die Kinderkommission brauche einen Vorsitz, der Vertrauen schaffe »bei Familien, bei Fachorganisationen, bei Kirchen und zivilgesellschaftlichen Initiativen und nicht zuletzt bei den Kindern selbst«, sagt der Präsident des Kindermissionswerks der katholischen Kirche Bingener nun. Der Vorsitz durch die AfD belaste dieses Vertrauen erheblich.

Deutschland erfüllt die Uno-Kinderrechtskonvention nur unvollständig. Die Unterschiede zwischen den Bundesländern sind groß. Defizite gibt es vor allem in einem östlichen und vier westlichen Ländern. Mehr über das Land der ungleichen Kindheiten lesen Sie hier .

jml/KNA