SpOn 25.05.2026
17:23 Uhr

(+) Urlaub 2026: Wie Krisen, Kriege und Kerosinmangel die Reisepläne verändern


Ein stornierter Traumurlaub, Sparen für den Campertrip, Lanzarote statt Vietnam: SPIEGEL-Leserinnen und -Leser erzählen, warum sie ihre Reisepläne für dieses Jahr ändern. Und was ihnen schon passiert ist.

(+) Urlaub 2026: Wie Krisen, Kriege und Kerosinmangel die Reisepläne verändern

[M] DER SPIEGEL; Christine Rösch / DER SPIEGEL; Privat

»Ich hatte Angst, auf einem Flughafen zu stranden.«

Robert Elsner, 43, aus Berlin

»Anfang April habe ich storniert, dabei wollte ich mir endlich einen Traum erfüllen. Vor einem Jahr hatte ich einen Flug nach Tokio gebucht, für Mai dieses Jahres. Schon als Student war es mein Wunsch, einmal die Kultur Japans zu erleben, vor allem die bunte, laute Hauptstadt mit ihren 33 Millionen Einwohnern. Abgesehen von einer Schülerreise nach Moskau war ich bisher nur in Europa unterwegs. Doch die Berichte über den Kerosinmangel haben mich beunruhigt, jeden Tag etwas mehr. Ich bin Single, reise allein. Ich hatte Angst, auf einem Flughafen zu stranden, weil keine Maschinen mehr abheben. Irgendwann wird mein Japantraum wahr werden. Aber noch weiß ich nicht, wann das sein wird.«


[M] DER SPIEGEL; Christine Rösch / DER SPIEGEL; Privat

»Wir drosseln die Geschwindigkeit.«

Nicole und Florian Freytag, 46 und 48, aus Oldenburg

»Wir sind leidenschaftliche Camper. Ende April sind wir für drei Wochen nach Albanien gefahren, am vergangenen Wochenende sind wir zurückgekommen. Für unseren Roadtrip haben wir 400 Liter Diesel verbraucht. In normalen Zeiten würde das mit 600 Euro etwas weniger als ein Drittel des Reisebudgets ausmachen, nun hätten wir bei normaler Fahrweise 250 Euro Mehrkosten gehabt. Zwischendurch hatten wir überlegt, das Wohnmobil zu Hause stehen zu lassen, mit einem Tesla zu fahren und das gesparte Geld in Airbnbs und Ferienwohnungen zu stecken. Dann kam uns eine andere Idee: Wir fahren doch mit dem Wohnmobil, drosseln die Geschwindigkeit aber von 110 auf 80 Stundenkilometer. Dadurch haben wir pro Tag eine Stunde länger gebraucht, haben jedoch 140 Euro gespart. Wir lassen unser Geld lieber in einem albanischen Fischrestaurant als an einer Tankstelle.«

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