SpOn 21.05.2026
21:10 Uhr

(+) Rostock – Fall Fabian vor Gericht: Oma sagt im Mordprozess gegen Angeklagte Gina H. aus


Im Rostock steht Gina H. vor Gericht, weil sie den achtjährigen Fabian ermordet haben soll. Im Prozess trat nun die Oma des Jungen als Zeugin auf. Was sie sagte, verschlug dem Richter fast die Sprache.

(+) Rostock – Fall Fabian vor Gericht: Oma sagt im Mordprozess gegen Angeklagte Gina H. aus

Die Frau kann offenbar schlecht laufen, auf dem Weg zum Zeugenstuhl wird sie von ihrer Tochter gestützt. Monika R. trägt Clogs an den Füßen und einen langen, braunen Rock. Unter ihrer schwarzen Kapuzenjacke ist sie mit einem grauen T-Shirt bekleidet. Darauf die Aufschrift: »Don’t worry beer happy«. Als mache Bier glücklich, so liest sich das.

Es ist der Beginn eines denkwürdigen Auftritts an diesem Donnerstag in Saal 2.002 des Landgerichts Rostock. Und wäre der Hintergrund nicht so ernst, man könnte den Auftritt womöglich als unterhaltsame Groteske abtun. Aber es geht um Mord, um den Mord an einem achtjährigen Jungen. An Fabian.

Monika R. ist seine Großmutter, 62, Rentnerin. Vor Gericht scheint sie bemüht, möglichst wenig zu sagen. Das ist das Verblüffende.

Der Vorsitzende Richter Holger Schütt fragt sie nach ihrem Enkel. »Was war er für ein Junge?« »Sehr freundlich und alles«, antwortet die Zeugin. Und dass er gern Trecker gefahren sei. So geht es los.

Eine grausame Tat

Am 10. Oktober 2025 war Fabian allein zu Hause. Zusammen mit seiner Mutter lebte er in einer Wohnung in Güstrow im Landkreis Rostock. Die Eltern waren getrennt. Als die Mutter von der Arbeit nach Hause kam, war der Junge verschwunden. Am 14. Oktober wurde seine Leiche an einem abgelegenen Tümpel nahe Klein Upahl entdeckt, einem kleinen Ort in der Umgebung.

Ausgerechnet Gina H., die On-off-Partnerin von Fabians Vater Matthias R., will den Jungen an jenem Tag zufällig entdeckt haben. Doch die Staatsanwaltschaft glaubt ihr nicht. Sie hält Gina H. für eine Mörderin. Mit mindestens sechs Messerstichen soll die 30-Jährige das Kind getötet haben. Hinterher soll sie mit Grillanzündern versucht haben, die Leiche zu verbrennen.

Seit Ende April muss sich Gina H. vor Gericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft geht von einer heimtückischen Tat aus niedrigen Beweggründen aus. Die Ermittler sind davon überzeugt, dass die junge Frau tötete, um Matthias R. zurückzugewinnen, nachdem sich beide getrennt hatten. Und um ihn fortan mit niemandem mehr teilen zu müssen. Gina H. bestreitet die Tat.

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