Es könnte ein herzliches Wiedersehen sein zwischen zwei Frauen, die sich einmal eng verbunden fühlten. Die ein gemeinsames Ziel hatten. Und die in Freundschaft auseinandergingen. Fast zweieinhalb Jahre haben sich die beiden Frauen nicht gesehen. Doch das Wiedersehen an diesem Mittwochmorgen im Landgericht Hamburg ist alles andere als herzlich.
Die eine Frau ist Christina Block, sie ist angeklagt, weil sie die Entführung ihrer beiden jüngsten Kinder in Auftrag gegeben haben soll. Die andere ist Keren Tennenbaum, die Pläne für diese Entführung ausbaldowert und mit einem Team ausgeführt haben soll.
»Unheimlich warme Art«
Tennenbaum ist als Zeugin geladen, gleichzeitig gilt sie als Beschuldigte in diesem Verfahren. Sie ist aus Israel angereist, die Staatsanwaltschaft hat ihr freies Geleit zugesichert: Sie durfte nach Deutschland einreisen, ohne verhaftet zu werden. Was sie sagt, wird an diesem Mittwoch mit Spannung erwartet. Wird sie ihre frühere Freundin Christina belasten?
Zu Beginn des Prozesses im vorigen Jahr hatte Christina Block die Frau, die nun keine zwei Meter von ihr entfernt sitzt, so beschrieben: etwa gleich alt, wilde Locken, ein breites Lachen, »einfach eine unheimlich warme Art«. »Olga« habe sie sich genannt. Christina Block nennt sie noch immer so.
Die Unternehmerin bestreitet, Olga und mehrere Männer mit einer Entführung beauftragt zu haben. Die Kinder leben seit August 2021 bei ihrem Vater Stephan Hensel in Dänemark. Christina Block stritt mit ihm erbittert um Unterhalt, Umgangs- und Aufenthaltsbestimmungsrecht und versuchte jahrelang, die Kinder zurück nach Hamburg zu holen.
