SPIEGEL: Viele Menschen möchten mehr über die NS-Vergangenheit ihrer Vorfahren herausbekommen, wissen aber nicht, wie sie anfangen sollen. Was sind die wichtigsten Informationen, die es für eine Archivrecherche braucht?
Johannes Spohr, Jahrgang 1982, ist promovierter Historiker und betreibt in Berlin den Archivrecherchedienst »present past Recherchen zum Nationalsozialismus in Familie und Gesellschaft«. 2025 hat er das Buch »Present Past. Wie Nachfahren ihre NS-Familiengeschichte erforschen« veröffentlicht.
Spohr: Gut ist es, den vollständigen Namen sowie Geburtsdatum und Geburtsort einer Person zu haben. Zwar ist eine Archivrecherche auch ohne diese drei Basisinformationen teilweise möglich, aber sie wird komplizierter. Hilfreich sind darüber hinaus selbstverständlich Dokumente, Briefe, Tagebücher, Geschichten: alles, was eine Person hinterlassen hat.
SPIEGEL: Was tun, wenn man nur den Namen hat?
Spohr: Dann empfiehlt sich eine Recherche am Wohnort der Person. In den Stadt- und Regionalarchiven werden beispielsweise Melderegister oder Personenstandsregister aufbewahrt: Sie enthalten vielfach Geburtsurkunde, Heiratsurkunde, Sterbeurkunde.

