Ein halbes Jahr vor dem Abi hatte sie auf einmal keine Lust mehr auf Lernen und brach die Schule ab. Ihre Eltern waren geschockt. Aber Elisabetta Galluzzo ließ sich nicht davon abbringen. Ihr Vater, »italienischer Gastarbeiter«, fleißig und »sehr streng«, ließ ihr zwei Optionen, erzählt sie heute: »Entweder du machst eine Ausbildung, oder ich kaufe dir eine Eisdiele.«
Die Eisdiele kam nicht infrage. Galluzzo wusste durch ihre Nebenjobs, wie es ist, an schönen Sommertagen zu arbeiten, während andere Erdbeerbecher und Tartufo löffeln. Blieb nur die Ausbildung. Sie bewarb sich bei der Sport-Park Group, einer Fitnessstudiokette, eher zufällig, weil da etwas frei war, sie Sport mochte und die Personalleiterin, Melanie Pohle, eine Freundin ihrer Cousine und ihres Bruders war.
So fangen die Dinge manchmal an.
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Sport-Park ist ein klassisches mittelständisches Unternehmen
Fast 20 Jahre später ist Galluzzo nicht nur Chefin der Sport-Park Group, sondern geschäftsführende Gesellschafterin – gemeinsam mit Pohle. Sie hat einen Teil des Unternehmens gekauft. Sie, die Schulabbrecherin, das Gastarbeiterkind. 38 Jahre alt, weiße Sneaker, wippender Pferdeschwanz. Viel Geld hatte sie nicht. Getraut hat sie sich trotzdem.
Statt einer Eisdiele führt sie nun vier Fitnessstudios und einen Trampolinpark in Wuppertal. Das Unternehmen macht einen Millionenumsatz, hat mehr als 10.000 Mitglieder, rund 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Keine kleine Sache für Wuppertal, erst recht nicht für Galluzzo. Sport-Park ist ein klassisches mittelständisches Unternehmen, bis vor Kurzem war es in Familienhand.
