Zur Straße von Hormus fällt mir regelmäßig mein ehemaliger Deutschlehrer Siegfried Neidhart ein, Gott hab’ ihn selig, der sich im Unterricht hin und wieder die Lesebrille feurig begeistert aus dem Gesicht riss, um uns Elftklässlern zuzurufen: »Wir lernen aus der Geschichte, dass man aus der Geschichte nichts lernen kann.«
Im Wesentlichen hatte er damit vermutlich recht, und Donald Trump führt es bei seinem aktuellen Iran-Abenteuer ja gerade wieder vor. Es gibt aber von dieser Regel Ausnahmen, sonst ginge ja gar nichts voran. Und zum Glück betreffen diese Ausnahmen gar nicht so selten überraschende Wendungen zum Guten, Richtigen oder zumindest: äußerst Vielversprechenden.
Eine vorzügliche Fundgrube dafür sind die Workshops, Rapporte und Websites der Internationalen Energie-Agentur IEA mit Sitz in Paris.
Wer kann fliegen ohne fossilen Treibstoff?
Sie wurde tatsächlich ein Jahr nach Beginn der ersten großen Ölkrise von 1973 gegründet, auf Initiative der USA. Man brauchte damals eine Institution, die die Ölreserven im Blick behielt und Krisenszenarien entwerfen konnte. Aus diesen Anfängen ist bis heute einer der wichtigsten Thinktanks zu Energiefragen aller Art erwachsen, viele Klimagroßtaten beginnen hier.
Die IEA sammelt, analysiert und berät nicht nur. Sie ruft auch Ideenwettbewerbe aus und organisiert Innovationsmeisterschaften, um jene Wendungen zum Guten und Vielversprechenden zu provozieren. Die zugehörige Veranstaltung heißt »Races to First« , hier konkurrieren die Teilnehmer darum, wer als Erster genau definierte Meilensteine erreicht, die heute gern Moonshots genannt werden.
Als da zum Beispiel wären: Wer schafft zuerst einen kontinuierlichen Flug über mindestens tausend Kilometer ohne fossilen Treibstoff mit einem Flugzeug für mindestens 20 Passagiere?

