SpOn 14.05.2026
16:25 Uhr

(+) FPV-Drohnen wurden zum Gamechanger in der Ukraine. Nun nutzen sie auch Rebellen und Terroristen


Im Libanon und in Mali töten verkabelte Drohnen erfahrene Soldaten. Die günstigen Waffen fallen zunehmend nichtstaatlichen Akteuren in die Hände und könnten zum globalen Problem werden.

(+) FPV-Drohnen wurden zum Gamechanger in der Ukraine. Nun nutzen sie auch Rebellen und Terroristen

Ein Quadrokopter im Anflug auf eine Militärbasis im Wüstensand: Links und rechts ragen die rotierenden Flügel ins Bild, unten sind Mauern, Fahrzeuge und vereinzelt Personen auszumachen. Dann hält der Flieger auf eine Gruppe zu, zieht noch einmal hoch, dreht. Unter den Menschen am Boden bricht Panik aus, sie laufen auseinander. Im zweiten Anlauf führt der Pilot die Attacke aus und stürzt sein Gerät auf einen der Soldaten. Die Übertragung endet.

Szenen wie diese sind Alltag auf dem Schlachtfeld in der Ukraine. Die neuen Aufnahmen , veröffentlicht auf der Plattform X, stammen jedoch laut Urheber aus Mali  und sollen zeigen, wie eine Gruppe russischer Kämpfer des dortigen Afrikakorps attackiert wird.

In der Region befinden sich die Tuareg -Rebellen der Azawad Liberation Front (ALF) zusammen mit den Dschihadisten der Gruppe Jama’at Nusrat al-Islam wal-Muslimin (JNIM) auf dem Vormarsch gegen die von Russland unterstützte Regierung.

Den Aufständischen gelangen zuletzt Angriffe rund um Bamako, Berichten zufolge soll es sogar Kämpfe innerhalb der Hauptstadt gegeben haben. Die Angreifer nutzten dafür in großem Stil Drohnen, vor allem um Militärfahrzeuge und Stützpunkte zu treffen. So können die eher leicht bewaffneten Rebellen ihre technologische Unterlegenheit kompensieren.

Die Aufnahmen von den Angriffen wirken teils so professionell, dass Spekulationen russischer Militärblogger  um ukrainische Unterstützung für die Rebellen aufkamen. Der Umgang der ALF mit den Drohnen wirkt derart geübt, dass ausländische Hilfe wahrscheinlich ist. Bereits 2014 gab es Berichte  über Hilfe aus Kyjiw in der Sahel-Zone. Belege gibt es dafür jedoch nicht, und die Berichte wurden aus Kyjiw umgehend dementiert.

Von Kyjiw über Nahost bis in die Sahara

FPV-Drohnen sind eine Innovation aus dem Ukrainekrieg. Der Pilot steuert das Gerät aus der Egoperspektive (First Person View) mit einer 3D-Brille – im Gegensatz zu früheren Modellen, die am Bildschirm gelenkt wurden. In der Regel wird die Verbindung per Radiosignal gehalten, allerdings gelang es beiden Kriegsparteien mit der Zeit, die Drohnen elektronisch zu stören und so unbrauchbar zu machen. Die Russen begannen deshalb, ihre Drohnen mit kilometerlangen Glasfaserkabeln zu steuern, was die Ukrainer umgehend kopierten.

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