SpOn 13.05.2026
12:27 Uhr

(+) Dietmar Schott: WDR-Hörfunksportchef ist tot - Die Stimme der Bundesllga-Konferenz


Ab den Siebzigern gehörte er zum Samstagnachmittag einfach dazu: Dietmar Schott moderierte viele Jahre die Spiele der ersten Liga im Radio und prägte so eine andere Rundfunkzeit. Mit 88 Jahren ist er nun gestorben.

(+) Dietmar Schott: WDR-Hörfunksportchef ist tot - Die Stimme der Bundesllga-Konferenz

Es ist Samstag, 15.05 Uhr. Die Fanfare ertönt.  Erst die Trommelschläge, dann die Bläser, einmal lang, achtmal kurz, exakt 1:44 Minuten Dauer, mittendrin eine sonore Stimme: »WDR 2 (später war es WDR 1), Sie hören ›Sport und Musik‹ – Tore, Punkte, Meisterschaft. Am Mikrofon: Dietmar Schott.«

So beginnt sie, die heilige Sendung, am Samstagnachmittag, die Hörfunkstunden, die den Tag in ein Davor und ein Danach trennen. Die Bundesliga-Sendung des Westdeutschen Rundfunks mit der berühmten Schlusskonferenz. Zigtausende sind mit ihr aufgewachsen, für Zigtausende sind die Moderatoren der Sendung wie Besucher an der samstäglichen Kaffeetafel. Erst Kurt Brumme, später Dietmar Schott.

Intendantin nennt ihn eine »Hörfunk-Legende«

Im Alter von 88 Jahren ist Schott am Montag nach langer Krankheit gestorben. Das hat der WDR nun bekannt gegeben. WDR-Intendantin Kathrin Vernau nannte ihn eine »Hörfunk-Legende«. Und ja, das war er.

Dietmar Schott, wie man ihn kannte

Dietmar Schott, wie man ihn kannte

Foto: Horst Galuschka / IMAGO

Ab den Siebzigerjahren moderierte Schott die Sendung zunächst abwechselnd mit Brumme, dann als dessen Nachfolger bis zu seinem Ruhestand 2004. Wenn die Bundesligasaison im Spätsommer wieder losging, konnte man Wetten darauf abschließen, dass Schott die Zuhörerinnen und Zuhörer mit dem Satz begrüßte: »Die schreckliche fußballlose Zeit ist vorbei.«

Seine Stimme blieb dabei immer auf Zimmerlautstärke, nie schwappte sie über. Hier redete einer, den nichts mehr aus der Fassung bringen konnte. Dazu war er viel zu erfahren.

In Nordrhein-Westfalen kannte fast jeder seine Stimme, der ein Radio besaß und sich für Fußball interessierte. Es war die Zeit, in der teilweise die Hälfte der Bundesligaclubs aus NRW stammte: von Wattenscheid bis Uerdingen, von Bielefeld bis Düsseldorf. Auch das ist Vergangenheit.

Basketball und Pferdesport

Man bringt ihn mit der Fußball-Bundesliga in Verbindung, natürlich. Dabei war Schott alles andere als ein Fußballreporter, auch wenn sein Herz am Hamburger SV hing. In seinem langen Reporterleben hat er nur zweimal aus dem Stadion vom Fußball berichtet: einmal Gladbach gegen Nürnberg und dann Viktoria Köln gegen Rot-Weiss Essen.

Seine Leidenschaften waren Basketball und der Pferdesport. Die Passion für die Vierbeiner teilte er beim WDR mit seinem Fernsehkollegen Adi Furler.

Schotts Pläsier war der Trabrennsport, er züchtete daheim in Lohmar selbst Pferde, saß selbst im Sulky und feierte 14 Siege auf der Trabrennbahn. Mehr als 30 Mal berichtete er live vom Prix d’Amérique in Paris. Es war auch die Zeit, in der der Fußball noch nicht alles andere verdrängt hatte.

Diesen Artikel weiterlesen mit SPIEGEL+

Sie haben bereits ein Digital-Abo? Zum Login

SPIEGEL plus Nur für Neukunden
Freier Zugriff auf alle S+-Artikel auf SPIEGEL.de und in der App
Wöchentlich die digitale Ausgabe des SPIEGEL inkl. E-Paper (PDF), Digital-Archiv und S+-Newsletter
Jederzeit kündigen
SPIEGEL plus 52 Wochen 25 % sparen
Freier Zugriff auf alle S+-Artikel auf SPIEGEL.de und in der App
Wöchentlich die digitale Ausgabe des SPIEGEL inkl. E-Paper (PDF), Digital-Archiv und S+-Newsletter
52 Wochen rabattierte Laufzeit

Sie haben bereits ein Print-Abo? Hier rabattiert Digital-Zugang bestellen

Jetzt Artikel freischalten:

Sie haben bereits ein Digital-Abo?

SPIEGEL plus
Zugang zu allen Artikeln in der App und auf SPIEGEL.de
Wöchentliche Ausgabe des SPIEGEL als E-Paper
Jederzeit kündbar
SPIEGEL plus
Zugang zu allen Artikeln in der App und auf SPIEGEL.de
Wöchentliche Ausgabe des SPIEGEL als E-Paper
Jederzeit kündbar

SPIEGEL+ wird über Ihren iTunes-Account abgewickelt und mit Kaufbestätigung bezahlt. 24 Stunden vor Ablauf verlängert sich das Abo automatisch um einen Monat zum Preis von zurzeit ¤ ein Jahr zum Preis von zurzeit ¤. In den Einstellungen Ihres iTunes-Accounts können Sie das Abo jederzeit kündigen. Um SPIEGEL+ außerhalb dieser App zu nutzen, müssen Sie das Abo direkt nach dem Kauf mit einem SPIEGEL-ID-Konto verknüpfen. Mit dem Kauf akzeptieren Sie unsere Allgemeinen Geschäftsbedingungen und Datenschutzerklärung.