Er habe Jensen Huang gleich erkannt, sagt der Pekinger Tofuverkäufer. Der sei da vorn in die Straße eingebogen, ein Tross an Security hinterher. »Ich wusste sofort: Das ist doch der, der in letzter Sekunde auf den Flieger von Donald Trump nach China aufgesprungen ist«, sagt der 21-Jährige. »Als allererstes ist Huang zu mir an den Stand gekommen und hat Tofuwürfel gekauft«, sagt er und zeigt auf ein riesiges Poster, das er gegen die Auslage gelehnt hat: ein ausgedrucktes Foto von Huang und ihm selbst hinter dem Tresen, die Daumen hoch. »Ich will ein bisschen was von seinem Glück abkriegen«, so der Tofuverkäufer. »Der ist doch einer der reichsten Männer der Welt, oder?«
Jensen Huang, taiwanesisch-amerikanischer Unternehmer, 63 Jahre, Chef des US-Chipherstellers Nvidia, war vor knapp zwei Wochen Teil der Delegation, die US-Präsident Trump auf seiner Reise nach Peking begleitete. Trump und Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping wollten sich beim ersten Staatsbesuch nach neun Jahren beschnuppern. Zu bereden hatten die zwei genug, die Welt guckte zu: ein ungelöster Zollkrieg, der gerade auf Eis liegt, Sanktionen, Geopolitik, Straße von Hormus, Kriege, Handelsdefizite.
