Donald Trump ist aus China abgereist und hat ein Gastgeschenk an Xi Jinping hinterlassen. Es sind Sätze zu Taiwan in einem Interview mit Fox News. Trumps Lieblingssender hatte das Gespräch in Peking aufgezeichnet, aber erst nach Abflug ausgestrahlt .
»Ich will nicht, dass da jemand die Unabhängigkeit erklärt«, sagte der US-Präsident über die Inselrepublik vor Chinas Küste. »Weil, sollen wir etwa 9500 Meilen reisen, um einen Krieg zu führen? Das will ich nicht.«
Und: »Man muss sich mal die Verhältnisse angucken: China ist ein sehr, sehr mächtiges und großes Land. Das ist eine sehr kleine Insel.«
Und: »Ehrlich gesagt, ist es für uns eine sehr gute Verhandlungsmasse.« Gemeint waren US-Waffenlieferungen an Taiwan – seit Jahrzehnten selbstverständlich, seit Trump nicht mehr.
In Peking werden sie am Samstag jubelnd aufgewacht sein angesichts dieser Sätze. Für Chinas Machthaber Xi Jinping sind sie womöglich sogar das wichtigste Resultat des ganzen Gipfels.
Trump on Taiwan:
— Clash Report (@clashreport) May 15, 2026
When you look at the odds, China is a very, very powerful, big country. That’s a very small island.
Think of it; it’s 59 miles away. We’re 9,500 miles away. That’s a little bit of a difficult problem.
If you look at the history, Taiwan was developed because we… pic.twitter.com/O9xAQjKyfa
Ausschnitt des Interviews bei Fox News
Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.
Zunächst war Erleichterung in Taipeh aufgekommen
Zwei Tage lang hatte Xi Trump in Peking empfangen. Das Treffen war reich an Symbolik, freundlichen Worten und Fototerminen: Staatsbankett in der Großen Halle des Volkes, Sightseeing am Himmelstempel, Spaziergang in Zhongnanhai, der ummauerten Machtzentrale der Kommunistischen Partei und Xis Wohn- und Arbeitsplatz. Trump genoss den fürstlichen Empfang. Doch bei den großen Themen gab es wenig zu verkünden .
Für Taiwan war das zunächst eine gute Nachricht. »Unsere größte Furcht ist, dass Taiwan beim Gespräch zwischen Xi Jinping und Präsident Trump auf der Speisekarte landet«, hatte vorab ungewohnt deutlich ein taiwanischer Vizeaußenminister gesagt. Tatsächlich sagte Trump zum Entsetzen Taipehs vor seinem Abflug nach China, er wolle die Fort- oder Aussetzung von US-Rüstungslieferungen mit Xi besprechen. Taiwan ist faktisch unabhängig, Xis Volksrepublik beansprucht die Insel jedoch als ihr Staatsgebiet.
Kaum war Trump angekommen, machte Chinas Partei- und Staatschef Druck. Schon beim Auftaktgespräch am ersten Gipfeltag verdeutlichte er, dass Taiwan ganz oben auf seiner Agenda stand. Es sei das potenziell gefährlichste Thema, sagte Xi. Taiwans Unabhängigkeit sei mit Frieden »so unvereinbar wie Feuer und Wasser«.
