Dienstagvormittag, Peter Aurnhammer erreicht man im Auto. Er hatte einen Kundentermin im Raum Stuttgart, jemand möchte sich in sein Wohnhaus einen Schutzraum einbauen lassen. Jetzt fährt er zurück ins Büro nach Fürstenfeldbruck bei München. Einen Tag zuvor hat Innenminister Alexander Dobrindt angekündigt, Milliarden in den Zivilschutz zu investieren. 1000 neue Spezialfahrzeuge sollen kommen, 110.000 Feldbetten und ein neues Feature in der Warn-App, mit der jeder seinen nächsten öffentlichen Schutzraum finden kann.
DER SPIEGEL: Herr Aurnhammer, was halten Sie von den Plänen des Innenministeriums?
Peter Aurnhammer: Es ist eine Notlösung, kein Konzept. Das Bundesministerium ist in der Pflicht, etwas zu tun. In allen öffentlichen Schutzräumen zusammen ist gerade mal Platz für 478.000 Menschen. Eine App wird daran nichts ändern, im Gegenteil. Stellen Sie sich vor: In München gibt es einen Alarm oder einen Fehlalarm, und alle Menschen strömen in die U-Bahn-Schächte. Das wird zur Massenpanik. Wer Vorsorge betreiben möchte, muss es im Endeffekt selbst in die Hand nehmen.
