Politiker haben es nicht leicht in der Ära der Populisten. Wer in die Politik geht, kann es noch so gut meinen – die schlechte Meinung über den Berufsstand läuft immer mit wie ein Kaugummi am Schuhabsatz. Soll man es deshalb lassen? Natürlich nicht. Aber was man unbedingt lassen sollte: für die Vorurteile gegen »die da oben« auch noch genau die Steilvorlagen zu liefern, aus denen Populisten ihre Vorwürfe gegen die angebliche Politikerkaste schnitzen.
Womit man bei der EU-Abgeordneten und CSU-Vize Angelika Niebler wäre, die wenig auslässt, um den Generalverdacht zu befeuern, dass Politiker sich die Taschen vollmachen, auf Kosten der Allgemeinheit .
Die Politikerin aus dem bayerischen Vaterstetten hat 19 Nebentätigkeiten angemeldet, sieben davon bezahlt – womöglich verdient sie nebenher so viel wie im Parlament. Da stellt sich die Frage, was hier ihre Hauptbeschäftigung ist.
Instinktlosigkeit in Zeiten des Populismus
Niebler hat allerdings eine ganze Reihe von Mitarbeitern, bezahlt von der EU, die ihr bei ihrer Arbeit als Volksvertreterin helfen sollen. Einige in Brüssel und Straßburg, einige aber auch in Bayern, in ihrem Wahlkreis. Solange sie Niebler helfen, als Abgeordnete zu arbeiten, ist dagegen nichts einzuwenden.

