SZ 03.06.2026
10:56 Uhr

Vermisstenfälle: Zwei vermisste Kinder tauchen nach fünf Jahren wieder auf


Nach einer Kampagne des BKA zu vermissten Kindern und der Berichterstattung darüber hat sich eine Mutter bei der Polizei gemeldet: Sie war 2021 mit ihren beiden Kindern untergetaucht.

Vermisstenfälle: Zwei vermisste Kinder tauchen nach fünf Jahren wieder auf

Zwei vermisste Kinder sind knapp eine Woche nach dem Start einer öffentlichen Fahndungskampagne nach jahrelanger Suche wiederaufgetaucht. Die Kinder waren seit knapp fünf Jahren verschwunden. Im August 2021 hatte ihre Mutter Karla S. sie widerrechtlich dem familiären Umfeld entzogen. Die Frau hat sich nun eigenständig bei der Polizei gemeldet, nachdem über die neue Fahndungskampagne „Spurlos verschwunden“ des Bundeskriminalamts (BKA) deutschlandweit berichtet worden war. Auch die SZ hat über den Fall von Karla S. und ihren Kindern berichtet.

Die Frau aus Cottbus war 2021 mit ihren Kindern untergetaucht. Das Mädchen und der Junge waren damals sieben und acht Jahre alt. In einem Abschiedsschreiben hatte Karla S. das mit den Corona-Schutzmaßnahmen begründet, die sie als Einschränkung ihrer Freiheit betrachte. Der Vater meldete sie und die Kinder als vermisst. Die Kinder gingen seit ihrem Verschwinden nicht zur Schule und waren seit 2023 nicht krankenversichert.

Jetzt seien mit der Mutter auch die Kinder wohlbehalten wiederaufgetaucht, schreibt das BKA in einer Pressemitteilung. Die Frau meldete sich demnach selbständig beim Polizeirevier in Seelow (Landkreis Märkisch-Oderland). Ihre Identität konnte zweifelsfrei festgestellt werden. Das Jugendamt befasse sich nun mit dem Fall, teilt die Staatsanwaltschaft Cottbus der SZ mit.

Wo sich Karla S. mit ihren Kindern in den vergangenen fünf Jahren aufhielt, ist öffentlich nicht bekannt. Zwischenzeitlich führten Spuren zu einem Bauernhof in Mecklenburg-Vorpommern. Zuletzt gab es außerdem Hinweise, dass sie sich im Raum Frankfurt (Oder), also in der Nähe von Seelow, aufhielten. Nach dem Start der BKA-Kampagne am 25. Mai und der Berichterstattung über den Fall waren dann weitere Hinweise aus der Bevölkerung eingegangen.

Die vier anderen Kinder und Jugendlichen, die das BKA in der Kampagne vorstellt, gelten weiterhin als vermisst. Nach wie vor bitten die Behörden um Hinweise aus der Bevölkerung zu diesen Fällen. Sie stehen exemplarisch für Tausende Kinder und Jugendliche, die in Deutschland seit Jahren vermisst werden.

2021 nimmt Karla S. ihre beiden Kinder und taucht unter, seitdem sind sie verschwunden. Die Polizei hofft nun, neue Hinweise zu bekommen. Zu diesen und anderen Vermisstenfällen.

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