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16.07.2026
15:52 Uhr
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Das Loisachtal bei Garmisch-Partenkirchen erhält fünf Straßentunnel für insgesamt mindestens 1,4 Milliarden Euro. Nun beginnen die Bohrarbeiten für den Auerbergtunnel am Autobahnende bei Eschenlohe.

Am Nordportal des künftigen Auerbergtunnels sind schon seit längerer Zeit Bauarbeiten zu sehen. Foto: Autobahn GmbH
Der notorische Stau am Autobahnende bei Eschenlohe dürfe vielen Autofahrern seit langer Zeit vertraut sein. Denen, die sich selbst an guten Ausflugswochenenden oder zu Ferienbeginn mit dem Auto auf den Weg in die Berge bei Garmisch-Partenkirchen machen, genau wie denen, die zu solchen Zeiten die Verkehrsmeldungen im Radio hören. Aus Sicht der Menschen im Loisachtal hat ein Stau am Ende der A 95 immerhin den Vorteil, dass die Autos dann nicht direkt vor irgendjemandes Haustür stehen. Weiter drinnen im Tal hat die Ortschaft Farchant im Jahr 2000 einen Umfahrungstunnel bekommen, die beiden Röhren um Oberau wurden 2022 eröffnet. An diesem Donnerstagnachmittag ist nun in aller feierlicher Form der Auerbergtunnel angeschlagen worden, der die Autos vom Ende der A 95 zum Tunnel Oberau führen soll.
Etwa 1,9 Kilometer müssen sich die Tunnelbauer von nun an durch das kalkige Gestein auf der westlichen Seite des engen Loisachtals arbeiten, die Vorbereitungen waren entlang der B 2 schon seit einigen Jahren zu sehen. Doch auch wenn der vorerst auf 240 Millionen Euro kalkulierte Auerbergtunnel plangemäß 2031 fertig werden sollte, dann wird das Tal noch immer nicht endgültig durchbohrt sein.
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Zwar ist bis dahin idealerweise auch der Kramertunnel rund um Garmisch fertig. Der wird mit seinen 3,6 Kilometern den knapp drei Kilometer langen Tunnel Oberau als längsten Straßentunnel Bayerns ablösen. Vor allem aber soll der Kramertunnel verhindern, dass auch noch all diejenigen Autos Richtung Zugspitze, Eibsee und Fernpass mitten in Garmisch stehen, die sich bisher noch am Ende der A 95 stauen. Genau so wird es allerdings wohl erst einmal den Anwohnern und den durchreisenden Autofahrern in Partenkirchen ergehen. Dort soll ein Tunnel durch den Wank den Weg Richtung Mittenwald und Innsbruck frei machen, doch der wird gerade erst geplant, ein Baubeginn vor 2030 ist unwahrscheinlich.
Alle fünf Tunnel zusammengenommen wird der Bund eine gewaltige Summe Geld in die Ortsumfahrungen im Loisachtal mit seinen knapp 35 000 Einwohnern gesteckt haben, aller Voraussicht nach mindestens 1,4 Milliarden Euro. Der Tunnel Farchant kostete im Jahr 2000 etwa 255 Millionen D-Mark, umgerechnet etwa 130 Millionen Euro. Seit einer Weile wird dort für voraussichtlich 16 Millionen Euro die Sicherheitstechnik auf den neuesten Stand gebracht. Der Tunnel Oberau hat etwa 260 Millionen Euro gekostet, den Auerbergtunnel und den Wanktunnel schätzen die Planer nach jetzigem Preisstand auf 240 Millionen Euro und auf 360 Millionen Euro.
Wie teuer der aktuell auf 405 Millionen Euro geschätzte Kramertunnel am Ende werden wird, ist trotz fortgeschrittener Bauarbeiten ebenfalls noch offen. Das Ergebnis wird unter anderem von einem Rechtsstreit mit einer Baufirma abhängen, die erst selbst die Arbeit niedergelegt hat und der dann vom Freistaat gekündigt wurde. Der Kramertunnel hat den Planern, den Arbeitern, den Behörden und den Gerichten bisher am meisten Schwierigkeiten gemacht.
Mit dem Gedanken daran trugen sich die Planer schon seit den Siebzigerjahren. 2007 gab es eine fertige Planung, und zwei Jahre später verwarf der Verwaltungsgerichtshof die letzte Klage des Bunds Naturschutz (BN), der eine andere Trasse wollte. Gebaut wurde seit 2010, doch drei Jahre später trat Wasser in den Erkundungsstollen ein, genau wie es Experten für den BN vorhergesagt hatten. Die Baustelle stand still, bis der örtliche Bundestagsabgeordnete und damalige Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) den Bau wenige Tage vor der Bundestagswahl 2017 abermals freigab.
Der BN hat seinen Widerstand gegen die teure Tunnelkette längst aufgegeben, weil er keine Perspektive auf einen Erfolg vor Gericht mehr sah und weil das Aus für einen der Tunnel nur den Flaschenhals innerhalb des Loisachtals verschoben hätte.
Den Anstich für den Auerbergtunnel feierten am Donnerstag unter anderem der jetzige Bundesinnenminister Dobrindt, der sich beim gleichzeitigen Treffen der EU-Innenminister in Dublin von seiner Staatssekretärin Daniela Ludwig vertreten ließ, sowie der Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium Ulrich Lange und Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter (alle CSU). Die Investition in die Tunnel diene dem überörtlichen Verkehr ebenso wie der Region, sagte Dobrindt. Diese werde dadurch nicht bevorzugt, vielmehr werde eine jahrzehntelange Benachteiligung ausgeglichen.
Die Zeremonie fand am nördlichen Tunnelportal in Sichtweite zur eingleisigen Bahnlinie durch das Loisachtal Richtung Garmisch-Partenkirchen und Innsbruck statt. Im nahen Garmischer Ortsteil Burgrain ist vor vier Jahren wegen maroder Betonschwellen ein Zug entgleist, bei dem Unglück kamen fünf Menschen ums Leben. Danach war die Strecke für die überfällige Sanierung viele Monate lang gesperrt. Ausgebaut wurde sie dabei nicht.
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