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21.09.2026
15:52 Uhr
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Einst reservierte Mietwagen-Ikone Regine Sixt nur drei Tische für die Damenwiesn. In diesem Jahr strömen knapp 1500 Frauen aus Wirtschaft, Politik und Kultur in die Festhalle. Den Rausch suchen nur wenige von ihnen – das Geld fließt trotzdem.

Am ersten Wiesn-Freitag lädt der Mediziner Wolfgang Pförringer traditionell zum sogenannten Herrenessen in die Augustiner Festhalle. Es gibt dann reichlich Nahrung wie Kronfleisch, dazu Bosse, Juristen und Chirurgen. Frauen? Bitte draußen bleiben. Ach ja, die Männer. Sollen sie aber doch ruhig ihre Exklusiv-Treffs machen. Denn es ist ja nicht so, dass die Frauen es nicht täten. Und das sogar weitaus ausschweifender.
Denn am Montagmittag hat Regine Sixt zu ihrer Damenwiesn geladen – und das bereits zum 26. Mal. Einst reservierte die Mietwagen-Ikone dafür drei Tische, inzwischen das komplette Mittelschiff in der Schützenfesthalle. Wie es sich gehört, erscheint sie als Gastgeberin als Erste, posiert für die Fotografen neben den Brauereipferden. Küsschen links, Küsschen rechts für Karin Baumüller-Söder, die Ehefrau des Ministerpräsidenten. Dann schnell zum Eingang. Regine Sixt hat dort 1500 Hände zu schütteln, von Frauen aus Wirtschaft, Politik, Kultur oder Medien. Sie sollen sich austauschen, aber auch für den guten Zweck spenden. Eine beachtliche Summe sammelt Regine Sixt so jedes Jahr für ihre Kinderhilfe-Stiftung „Tränchen trocknen“.
Dagmar Wöhrl, einst Model und CSU-Politikerin, ist wie jedes Jahr dabei, diesmal in einem glänzenden lila Dirndl. TV-Moderatorin Uschi Dämmrich von Luttitz sucht den Tisch mit ihren Freundinnen. Bayerns Grünen-Chefin Katharina Schulze, die davon träumt, Ministerpräsidentin zu werden, eilt um kurz vor 12 Uhr noch schnell hinein ins Zelt.
In den Gängen hängen rote Luftballonherzen und Lebkuchenherzen, auf denen die Vornamen der Gäste gedruckt sind. Als der Kapellmeister auffordert, die Krüge zu heben, gehen jedoch nur wenige Gläser hoch. Den Rausch suchen an diesem Mittag nur wenige, auf den Tischen stehen dafür jede Menge Wasserflaschen.
Nüchtern betrachtet die Veranstaltung aber kaum eine. Karin Baumüller-Söder lobt die „vielen inspirierenden Gespräche“, die sie jedes Jahr hier führe. Es sei „sehr wichtig, dass Frauen sich vernetzen“. Ob dies in Zeiten, in denen die Rechten Rekordergebnisse einfahren und versuchen, die Errungenschaften bei der Gleichberechtigung wieder zurückzudrehen, besonders wichtig sei? Dazu möchte Baumüller-Söder nichts sagen, keine Politik bitte.
Die 36-jährige Carolin Krebber, die vor Kurzem ein Start-up gegründet und deswegen erstmals eine Einladung erhalten hat, findet: „Es ist schön, am Tag nach solch niederschmetternden Wahlergebnissen bei so einer Veranstaltung zu sein.“ Unternehmerin Amela Turkmanovic ist aus Baden-Württemberg angereist, sie fasst das Treffen so zusammen: „Es geht nicht nur ums Sehen und Gesehenwerden, sondern ums Empowern.“
Der Tölzer Knabenchor singt zwei Stücke, Oberbürgermeister Dominik Krause (Grüne) spricht anerkennende Worte über Regine Sixt und ihre Stiftung. Da drängen – ungeplant, so der Eindruck – immer mehr Personen auf die Bühne: Boulevard-Legende Patricia Riekel und Steffi Czerny, die die Digital-Konferenz DLD mitgegründet hat, greifen sich das Mikrofon und plötzlich stehen neben ihnen auch noch Forschungsministerin Dorothee Bär (CSU) und Bürgermeisterin Mona Fuchs (Grüne). Ziemlich durchsetzungsstark diese Frauen.
„Jetzt aber genug Reden“, raunt eine Eingeladene an einem Tisch einer anderen zu. Geredet wird dann nicht mehr, Andreas Gabalier tritt auf. Und dann wird geschunkelt. Denn auch darum geht es bei diesem riesigen Netzwerktreffen.
Hinweis: In einer vorherigen Version dieses Artikels hieß es, die Stiftung von Regine Sixt heiße „Tränen trocknen“. Richtig ist: „Tränchen trocknen“.
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