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02.10.2026
12:57 Uhr
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Beamtinnen und Beamte aus der österreichischen Hauptstadt haben sich für einen Kalender von einer Bodypainterin anmalen lassen. Herausgekommen sind zwölf sehenswerte Suchbilder und eine versteckte Botschaft.

Die Wiener Polizei ist immer da, selbst, wenn man sie nicht sieht. Ein Foto aus dem neuen Jahreskalender, erarbeitet von Bodypainterin Birgit Mörtl.
Foto: LPD Wien
Zuletzt war es einem ja fast zu viel geworden mit all den Jahreskalendern. Nackte Jungbauern, hübsche Priester, Männer als Meerjungfrauen, man kam da gedanklich gar nicht mehr hinterher. Aber natürlich ging das durch den Kalenderverkauf eingenommene Geld oft an einen guten Zweck, wobei man selten erfuhr, wie hoch der Erlös nach Abzug der Druckkosten tatsächlich war.
Auf der „Wiener Kaiserwiesn“, eines der vielen, meist recht bemühten Oktoberfest-Imitate, hat die Wiener Polizei jetzt ihren neuen Jahreskalender vorgestellt. Während das Publikum randvolle Masskrüge serviert bekam, stürmten bei der Präsentation vermummte Polizisten mit Helmen, Gewehren und Nachtsichtgeräten das Bierzelt, man bekam sogar ein wenig Angst, dass, sagen wir, plötzlich Jeff Bezos, der US-Präsident oder ein Open-AI-Wahnsinniger eintreten würde, um mindestens die Kaiserwiesn auszulöschen. Aber dann winkte vom Hintersitz eines ins Zelt einfahrenden Polizeimotorrads freundlich eine Marmorstatue.
Das beruhigte ein bisschen, denn lebende Statuen kennt man aus der Fußgängerzone und die tun eigentlich nichts. Auf der Zeltbühne malte Bodypainterin Birgit Mörtl, „an internationally recognised and award-winning artist“, wie es auf ihrer Homepage heißt, Polizisten an.
Und zwar so, dass man am Ende gar nicht mehr wusste, ob es sich bei denen noch um Statuen oder schon um Wandgemälde oder Blumengestecke handelte. Weil, genau das ist das Thema des „Polizeikalenders 2027“, die österreichischen Ordnungshüter ihre tägliche Arbeit – den Schutz der Bürgerinnen und Bürger – zugleich sichtbar wie unsichtbar verrichten. Deshalb sind auf den zwölf Kalenderblättern Fotos zu sehen, auf denen die von der international anerkannten und preisgekrönten Künstlerin Frau Mörtl bemalten Beamtinnen und Beamten immer mit dem Hintergrund verschwimmen, also etwa mit dem Wiener Beethoven-Denkmal.
Die Polizisten erkennt man da fast gar nicht mehr. Nahtlos reihen sie sich zum Beispiel auch ins Ensemble des Pallas-Athene-Brunnens vor dem Wiener Parlament ein.
Insgesamt eine sehr gelungene Aktion. Der Polizeikalender soll 15 Euro kosten und, wie Chefinspektorin Michaela Rossmann auf Anfrage erklärt, „einem individuellen, karitativen Zweck zugute kommen“. Als Beispiel nennt sie „in Not geratene Polizistinnen und Polizisten sowie deren Angehörige“ oder auch das Kuratorium Polizeimusik Wien. Dagegen kann man wirklich nichts haben.
Wobei einem, das muss am Ende noch gesagt werden, nackte Jungbauern, hübsche Priester und männliche Meerjungfrauen zur häuslichen Begleitung des neuen Jahres womöglich dann doch lieber sind. Weil man ja schon jetzt immer ein bisschen Angst hat, wenn es in der Wohnung knarzt. Und dass einem im neuen Jahr plötzlich so ein Kaiserwiesn-Typ mit Helm, Waffe und Nachtsichtgerät aus dem Badezimmer entgegenspringt, den man zuvor einfach nicht gesehen hat, weil er wie die Kacheln hinter dem Waschbecken aussah, das will man doch wirklich nicht.
Eine Firma in Österreich engagiert für eine Feier einen Jeff-Bezos-Doppelgänger. Der kommt mit einer Polizei-Eskorte. Auf Kosten der Steuerzahler? Der Ärger ist groß – nur einen freut’s.
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