SZ 01.04.2026
14:44 Uhr

Ostsee: Rettungsversuche für Wal vor Wismar werden eingestellt


Der Buckelwal ist erneut an der Ostseeküste gestrandet. Weitere Rettungsversuche sind nicht geplant. An seinem jetzigen Liegeplatz solle das Tier in Ruhe gelassen werden.

Ostsee: Rettungsversuche für Wal vor Wismar werden eingestellt
Ein Greenpeace Boot nähert sich dem Buckelwal, der am Vormittag immer noch vor der Insel Poel festsitzt. Marcus Golejewski/dpa

Noch immer liegt der Buckelwal vor der Ostseeküste in zu flachem Wasser. An seinem jetzigen Liegeplatz solle das Tier jedoch in Ruhe gelassen werden, sagte Till Backhaus (SPD), Umweltminister von Mecklenburg-Vorpommern.

Der wissenschaftliche Direktor des Deutschen Meeresmuseums, Burkard Baschek, betonte, man gehe davon aus, dass das Tier sterbe. Die Aussichten, dass der Wahl frei komme, seien sehr gering. Der Wal sei deutlich geschwächter, seine Atemfrequenz sei am Vormittag sehr unregelmäßig und zum Teil im Abstand von mehr als vier Minuten gewesen. Die Brustflossen seien nah am Körper angelegt.

„Die Reaktion auf uns, auf unsere Präsenz, war quasi null“, sagte Baschek. Zudem seien die Bedingungen in der Bucht schlecht. Der Wasserstand werde weiter sinken, um rund zehn bis 15 Zentimeter. Das Tier liege jetzt deutlich freier. „Wir müssten ihn so massiv animieren, was aussichtslos wäre, weil er die Kraft nicht mehr hat. Und die Erfolgschancen sind so gering, dass wir das als reine Tierquälerei empfinden würden“, sagte Baschek. „Der Ansatz der maximalen Ruhe und der Respekt vor der Natur gebietet es auch, irgendwann dann mal ihn gehen zu lassen.“ Realistisch gesehen habe der Wal am Morgen seine letzte Chance gehabt. „Die konnte er nicht nutzen.“

„Wir haben alles unternommen, um ihm seine Chance zu geben. Das ist eine einzigartige Tragödie. Die hat er sich aber so ausgesucht“, sagte Backhaus. Um den Wal herum sei eine Sperrzone eingerichtet worden, damit das Tier zur Ruhe kommen und in Frieden sterben kann.

Der Buckelwal strandete in der Nacht zum 23. März auf einer Sandbank vor Timmendorfer Strand in Schleswig-Holstein. Es gelang dem Tier, das flache Wasser zu verlassen, nachdem Helfer eine Rinne ausgehoben hatten. Am Samstag wurde er vor Wismar in flachem Wasser gesichtet. Am Montagabend schwamm er los. Seit Dienstagmittag ist bekannt, dass er wieder festsitzt.

Das Schicksal des Buckelwals in der Ostsee gleicht einem klassischen Drama in fünf Akten. Rührt es uns deshalb so an? Oder liegt es an der besonderen, sagenumwobenen Beziehung des Menschen zu den Meeresriesen?

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