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03.07.2026
12:44 Uhr
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Was haben feine Spitze und Tennis, Vespa und Playmobil oder Triest und Wien gemeinsam? Jede Menge, wie die Stilnews beweisen ...

Endlich wieder Wimbledon, und ist es nicht so, dass Weiß auf einem grünen Rasen einfach am besten funktioniert? Abseits des „All England Lawn Tennis and Croquet Club“ ist das leider ein wenig in Vergessenheit geraten, besonders bei den Damen sind die seltsamsten Farbigkeitsversuche anzutreffen, dabei könnte alles doch so einfach sein! Und damit kommen wir zum Marta Dress, dem umjubelten Tenniskleid der Marke Wilson: 2024 hat es die Kreativchefin Joelle Michaeloff zusammen mit der ukrainischen Profispielerin Marta Kostjuk entwickelt, als Vorlage diente nichts Geringeres als Kostjuks Hochzeitskleid – in Weiß natürlich, aber auf Athletik getrimmt. Tiefer V-Ausschnitt, bloßgelegter Rücken, kurzes schlichtes Röckchen: Das sah nicht nur funktional, sondern auch so gut aus, dass es innerhalb kürzester Zeit ausverkauft war und heute im Wimbledon-Museum hängt.
Nun kommt Teil zwei des Marta Dress auf den Markt, wieder eine Koproduktion Michaeloff/Kostjuk, wieder all white, diesmal aber deutlich ausgefallener: ein mehrteiliges System aus BH, Weste und Faltenrock, alles aus Spitze gearbeitet. Das mutet auf den ersten Blick ganz zart, fast zerbrechlich an, ist dank eines Stretch-Funktionsgewebes aber äußerst stabil und bewegungsfreundlich. Kostjuk, aktuell Nummer 13 der Weltrangliste, hat das so kommentiert: „Dass ein Kleid nach mir benannt wurde, das ich mir selbst ausgedacht habe, ist für mich total surreal.“ Ganz real ist das Marta Dress in limitierter Auflage in Kürze für 220 Euro zu erwerben, bei wilson.com.
Der deutsche Spielzeughersteller Playmobil versucht in den vergangenen Jahren vermehrt, neue Zielgruppen für seine Männchen zu erschließen. So gab es zuletzt allerlei Sammelsets, auch von der Fußball-Nationalmannschaft und anderen eher erwachsenen Zugängen zu den altvertrauten Figuren. In diesem Sinne ist also auch die neue Edition zu verstehen, die eine italienische Stilikone würdigt: Zum 80. Geburtstag der Vespa hat Playmobil drei Jubiläumssets aufgelegt – „Vespa 80th Anniversary: Original Style“, „Classic Style“ und „Iconic Style“, die gewissermaßen als Geburtstagsgeschenke für die stilvollen Knatterkisten entwickelt wurden – und als Regalobjekte für Fans beider Marken. Das Vespa-Jubiläum wurde vergangene Woche in Rom feierlich begangen, mehrere Zehntausend Besucherinnen und Besucher aus mehr als 60 Ländern kamen dazu in die Stadt, um die Kultmarke und deren Geschichte zu feiern – das bayerische Unternehmen Playmobil war mit eigenem Stand vertreten. Die Zusammenarbeit zwischen Playmobil und Vespa, so liest man als Begründung für die Aktion, verbinde schließlich zwei Marken, die Generationen geprägt haben. Na, hoffentlich nicht beides Auslaufmodelle. Die Vespa-80th-Anniversary-Sets von Playmobil (UVP je 14,99 Euro) sind im Onlineshop sowie im Handel erhältlich.
Wer Wien mag und die Adria, der muss Triest lieben. Denn die Hafenstadt am äußersten Eckzipfel Italiens ähnelt in vielerlei Hinsicht eher der gediegenen Kaffeehaus-Metropole, und der einstige Einfluss der K.-u.-k.-Grandezza ist in Altstadt und Architektur immer noch spürbar. Und gleichzeitig sind da der Hafen, der Wind und die Wellen der Adria, die Triest eine internationale Lebendigkeit verleihen. Dass viele Menschen die Stadt immer noch auf dem Weg nach Kroatien oder Venedig links liegen lassen, ist deshalb zwar nicht einzusehen, hat aber viel für das originale und untouristische Flair getan, das die Triest-Freunde so besonders schätzen. Ihre Bibel ist seit Jahren der Reiseführer „Triest für Fortgeschrittene“ (Styria-Verlag), in dem der Reporter Georges Desrues und der Wiener Architekt Erich Bernard kongenial ihren Enthusiasmus und ihr Wissen über die Stadt versammeln und zu einem echten Lesevergnügen machen. Das Buch wurde jetzt komplett überarbeitet und auf den neuesten Stand gebracht – schließlich sind Hafenstädte immer in Bewegung. Die Neuauflage ist vielleicht eine gute Inspiration für eine späte Sommerreise oder aber auch nur ein südliches Lesevergnügen für den Balkon.
Kaum jemand in der Modewelt gibt sich so geheimnisvoll wie Martin Margiela. Der belgische Designer, Absolvent der berühmten Kunstakademie und Talentschmiede in Antwerpen, hat sich vor 17 Jahren aus seinem eigenen Unternehmen zurückgezogen, nachdem er zuvor Teile der Maison Margiela an die Diesel-Gruppe verkauft hatte. Der 69-Jährige tritt so gut wie nie öffentlich auf, in einem Dokumentarfilm ist er nur aus dem Off zu hören, immer schwingt etwas Mysteriöses mit beim Lehrmeister der Dekonstruktion (offene Säume, freiliegende Stoffschichten). Jetzt versteigert das Pariser Auktionshaus Maurice Auction ausgewählte Stücke aus Margielas Archiv, die auch eher wie ein rätselhaftes Sammelsurium wirken, aber Bieter und Käufer zweifellos begeistern werden (Termin: 9. Juli ab 14 Uhr, auch online möglich). Ein Telefon mit Wählscheibe aus den Achtzigern etwa oder eine blouse blanche, also der Atelierkittel des Designers mit schwarzem Filzstift-Namenszug. Zu den wichtigen Losen gehört auch ein Paar der sogenannten Tabi-Stiefel mit geteilter Zehenkappe, sie stammen aus einer Pariser Ausstellung von 1991 und sind mit Graffiti bemalt. Eigentlich sollten die Besucher sich nur an den Wänden und auf dem Boden des Musée Galliera verewigen, aber die Aktion weitete sich auf die Exponate aus. Schätzwert der Schuhe: 30 000 bis 50 000 Euro.
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