(SZ) Als Moses die Zehn Gebote entgegennahm, hatte der Herr die Israeliten mit der Nachricht verschont, dass es eines Tages Twitter geben würde. Vielleicht wollte er sie nicht überfordern, oder, wie die Apostel der heiligen Befindlichkeit heute sagen würden, er hatte ein Störgefühl. Die Wege des Herrn sind eben unerforschlich. Ansonsten wäre ein 11. Gebot unabdingbar gewesen: Gehe nicht und niemals auf Twitter, heute X genannt. Vielleicht hätte er in seiner Weisheit noch einen Paragrafen 11 a angefügt: Gehe nicht auf Twitter – aber wenn du es schon gar nicht lassen kannst, weil die Menschen eben schwach sind, dann schaue höchstens zu, was die Toren dort treiben. Tue es nicht gleich der Sahra Wagenknecht, welche es da als linke Politik verkündet, dem Kriegstreiber Putin die Marschstiefel zu küssen, bis sie glänzen, und gegen die Brandmauer zu agitieren. Nebenbei, es ist schon erstaunlich, wie viele Menschen, die sich für besonders progressiv halten, ihre Weisheiten weiterhin auf X kundtun und damit das Geschäft des X-Besitzers, des Tech-Zaren Elon Musk, betreiben, dessen Weltsicht mit erzreaktionär noch mild beschrieben wäre. Das ist etwa so, als ob Leute, die sehr stolz auf ihre linken Überzeugungen sind, diese gedruckt in einer AfD-Postille verbreiten würden. Aber die Wege des Herrn …
