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23.03.2026
17:18 Uhr
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Die Fluggesellschaft will das von ihr mitbetriebene Terminal 2 erweitern. Wann der Anbau fertig sein soll und was das für Reisende bedeutet.

Die Lufthansa plant offenbar einen Ausbau des Terminals 2 am Münchner Flughafen. Sven Hoppe/dpa
Die Lufthansa will am Münchner Flughafen weiter wachsen. Dazu soll auch das bestehende Terminal 2 im Erdinger Moos erweitert werden. Das verriet Lufthansa-Chef Carsten Spohr bei einer Feierstunde zum 100. Geburtstag der Airline am Montag. Spohr verkündete seine Neuigkeiten vor mehreren Hundert Gästen in einem Hangar, in dem auch ein Langstreckenflugzeug des Typs Airbus A350-900 geparkt war.
Die Idee ist nicht neu, wurde aber wegen der Corona-Pandemie damals zurückgestellt. Seither verzeichnet der Münchner Flughafen Jahr für Jahr wieder mehr Passagiere. Vergangenes Jahr starteten und landeten in München 43,4 Millionen Passagiere pro Jahr, zum Vergleich: Vor der Pandemie waren es mehr als 47 Millionen.
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Das neue Gebäude, das T-förmig nach Osten an das bestehende Satellitengebäude des Terminal 2 angebaut wird, soll die Abfertigung von bis zu zehn Millionen zusätzlichen Passagieren ermöglichen. Laut Heiko Reitz, dem Leiter des Lufthansa-Drehkreuzes in München, soll der Anbau im Jahr 2035 fertig sein, wie viele Maschinen dann dort Platz finden, ist noch offen. Ziel ist es aber, mehr direkte Andock-Möglichkeiten zu schaffen, insbesondere auch für die großen Langstreckenflugzeuge.
Über die Kosten äußerten sich weder die Flughafengesellschaft FMG noch die Lufthansa, nur so viel: Die Finanzierung trägt zu 60 Prozent die FMG, den Rest die Fluglinie. Zur Orientierung, der Anbau an das neue Terminal 1, in dem die Lufthansa nicht tätig ist und der Mitte April eröffnet werden soll, hat nach Angaben der FMG 646 Millionen Euro gekostet. Jetzt steige man in die Planungen ein, sagte Reitz. Über einen möglichen Baubeginn wollte er nicht spekulieren. Bis der erste Spatenstich gesetzt wird, werden noch einige Jahre ins Land ziehen, allein das Planfeststellungsverfahren bis zu Baugenehmigung kann sich bei so großen Projekten mehrere Jahre dauern.
Lufthansa-Chef Spohr und Bayerns Finanzminister Albert Füracker (CSU) erklärten, dass die Lufthansa und der Flughafen ihr Joint Venture, also ihre wirtschaftliche Zusammenarbeit, um 20 Jahre bis zum Jahr 2056 erneuert haben. Spohr betonte die Bedeutung des Standortes München, wo Lufthansa 140 Maschinen stationiert hat und von wo aus 140 Ziele weltweit angeflogen werden. München ist nach Frankfurt das zweite große Drehkreuz der Lufthansa in Deutschland. Etwa zwei Drittel der Lufthansa-Passagiere nutzten den Münchner Airport nur zum Umsteigen.
Eine dritte Startbahn, so Spohr, werde heute in München nicht gebraucht, man solle sich einer weiteren Piste in Zukunft aber nicht verschließen, sagte er. Auch Ministerpräsident Markus Söder (CSU) erklärte in seiner Ansprache: „Über Startbahnen reden wir heute nicht, wir haben noch genügend.“ Söder sagte, der Flughafen, dessen größter Gesellschafter der Freistaat ist (weitere Anteile gehören dem Bund und der Stadt München), pflege seit 2003 eine einzigartige Beziehung mit der Lufthansa.
Seit damals betreiben der Airport und die Lufthansa das Terminal 2 gemeinsam. Die Fluglinie bringe 4000 Arbeitsplätze, so Söder. Hier sei auch „Patriotismus“ angebracht, die Lufthansa sei ein deutsches Unternehmen, man dürfe nicht alles auslagern, sondern müsse auch die hiesige Wirtschaft stärken. Man brauche als drittgrößte Volkswirtschaft der Welt Anbindungen mit der Luftfahrt. Der Flughafen sei Bayerns Tor zur Welt und wichtig für den Erfolg der Region München.
In jüngster Zeit hatte der Airport allerdings mit verschiedenen Problemen zu kämpfen. So mussten im Februar dieses Jahres 600 Passagiere in Flugzeugen übernachten, die zunächst wegen heftigen Schneefalls, dann wegen des Nachtflugverbots nicht mehr starten konnten. Wegen offensichtlicher Mängel in der Kommunikation wurden die Fluggäste nicht aus ihren Maschinen mit Bussen abgeholt. Der Flughafen arbeitet noch immer an der Aufklärung.
Der Airport München empfängt den Jubiläumsgast in einer unscheinbaren Ecke. Früher gab es zu solchen Anlässen Blasmusik, Gratis-Flugtickets und Auftritte angehender Wurst-Influencer.
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