SZ 11.05.2026
15:06 Uhr

Bürgergeld-Debatte: Warum in Thüringen Vollzugsmitarbeiter bei Arbeitslosen klingeln


Landrat Matthias Jendricke hat umgesetzt, was viele in einer aufgeladenen Debatte fordern: Er versucht, Bürgergeldempfänger mit mehr Druck zum Arbeiten zu bringen. Das ist sein Fazit nach der ersten Runde.

Bürgergeld-Debatte: Warum in Thüringen Vollzugsmitarbeiter bei Arbeitslosen klingeln
Matthias Jendricke (SPD), Landrat von Nordhausen, hat für junge Bürgergeldempfänger in seinem Landkreis ein Pilotprojekt gestartet: Das Jobcenter bietet ihnen Hilfsarbeiten an. Martin Schutt/picture alliance/dpa

Dass das so eskaliert, das hätte er damals selbst nicht gedacht, als er im Sommer am Pool diese Idee ausheckte. Matthias Jendricke, 54, ist auch Monate später noch erstaunt. Der SPD-Politiker erscheint leicht verspätet zum Videotelefonat, das Amt als Landrat von Nordhausen in Thüringen ist stressig, dieser Tage besonders. Schließlich ist Jendricke seit einigen Monaten eine Art sozialpolitische Berühmtheit. Dauernd rufen andere Kollegen an, und immer wieder auch die Medien. Denn der Politiker hat für junge Bürgergeldempfänger in seinem Landkreis ein Pilotprojekt gestartet: Das Jobcenter bietet ihnen Hilfsarbeiten an. Wenn sie die nicht annehmen, wird geprüft, ob sie sanktioniert werden können. Für diese oft als „Arbeitspflicht“ interpretierte Maßnahme hat Jendricke nicht nur viel Aufmerksamkeit bekommen. Er hat auch die Debatte, was Sozialleistungsempfänger leisten sollen, angeheizt. Nun zieht er nach der ersten Projektrunde Bilanz.

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