Nun also doch nicht. Die Wiener Festwochen laden den umstrittenen Tech-Milliardär Peter Thiel wieder aus. Thiel, eine der prägenden Figuren der Neuen Rechten in den USA, libertärer Großinvestor und Förderer von Donald Trump, Mitgründer der Überwachungssoftware- und KI-Firma Palantir, sollte am 7. Juni auf einem Festwochen-Podium mit dem linken Theologen Wolfgang Palaver diskutieren. Thema: „Armageddon und Antichrist? Von der Theologie zur Realpolitik“. Moderieren wollte das Gespräch der diskurs- und provokationsfreudige Festwochen-Intendant und Theatermacher Milo Rau, der Thiels Zusage als Coup betrachtete. Erstmals würde dieser auf einem öffentlichen Podium erklären (müssen), was es denn mit seiner Theorie von den Kräften, die seiner Meinung nach Fortschritt und Freiheit bedrohen, auf sich habe. Doch „nach eingehender Reflexion unterschiedlicher Positionen“, wie es in einer Pressemitteilung heißt, macht Rau jetzt einen Rückzieher. Es gab zu viel Gegenwind.
