SZ 10.04.2026
18:08 Uhr

(+) Überraschender Auftritt der First Lady: Die Trumps und die Geister, die sie riefen


Die First Lady der USA dementiert überraschend, ein Opfer von Jeffrey Epstein zu sein. Warum hat sie das getan? Wollte sie von etwas ablenken? Vielleicht gibt es eine viel einfachere Erklärung.

(+) Überraschender Auftritt der First Lady: Die Trumps und die Geister, die sie riefen
Melania Trump bat am Donnerstag zu einer Pressekonferenz - aus heiterem Himmel, schreiben viele. Jacquelyn Martin/AP

Der Auftritt kam überraschend. Inmitten der Wirren um den Iran-Krieg hat Melania Trump am Donnerstag an einer Pressekonferenz im Weißen Haus eine Erklärung verlesen. „Ich bin kein Opfer von Epstein“, sagte die First Lady der Vereinigten Staaten. Sie habe keinerlei Kenntnis von Epsteins Taten gehabt, und der Sexualstraftäter habe sie auch nicht mit Donald Trump bekannt gemacht. „Die Lügen, die mich mit dem schändlichen Jeffrey Epstein in Verbindung bringen, müssen heute ein Ende haben.“

Die Medien nahmen die Erklärung verdutzt zur Kenntnis. Sie sei „out of the blue“ gekommen, aus heiterem Himmel, schreiben viele. Es habe doch gar niemand behauptet, Melania Trump sei in Epsteins Machenschaften verwickelt.

Tatsächlich findet sich in den Medienberichten über die Epstein-Akten wenig über die First Lady. Erwähnt wurde eine E-Mail, die sie einst an Epsteins Komplizin Ghislaine Maxwell geschrieben hatte. Aber das ist schon eine Weile her, und große Schlagzeilen gab es deswegen nicht. Die E-Mail war eher harmlos.

Warum also trat Melania Trump vor die Medien? Und warum gerade jetzt? Darüber wird in traditionellen und sozialen Medien nun gerätselt. Diverse Erklärungsansätze sind im Umlauf. Manche mutmaßen, dass sie einer großen Enthüllungsgeschichte zuvorkommen wollte. Andere sehen den Auftritt als Versuch, ihren floppenden Dokumentarfilm „Melania“ zu vermarkten.

Häufiger wird aber eine andere These geäußert: Der Auftritt habe dazu gedient, vom Iran-Desaster ihres Mannes abzulenken. Das Iran-Problem sei so groß geworden, dass man im Weißen Haus jetzt lieber über die Epstein-Akten spreche. Oder ist es etwa umgekehrt? Will sie ihrem Ehemann schaden, indem sie die Aufmerksamkeit wieder auf das Epstein-Dossier lenkt?

Das ist alles möglich. Vielleicht gibt es aber eine einfachere Erklärung. Zwar haben die Medien, die der Präsident „Fake-News-Medien“ nennt und als „Feind des Volkes“ bezeichnet, keine Gerüchte über Melania verbreitet. In den sozialen Medien zirkulieren aber tatsächlich Bilder, die Melania Trump in den Armen Epsteins zeigen. Die Bilder sind KI-generiert.

Dass diese KI-Bilder einem eher selten begegnen, muss nichts heißen: In der Blase, in der sich Melania Trump bewegt, werden die Bilder möglicherweise im Minutentakt in die Feeds gespült. Die First Lady könnte den Eindruck gewonnen haben, die ganze Welt sehe das im Minutentakt, sie befinde sich in einem riesigen Shitstorm. Wurde sie vielleicht Opfer der Algorithmen der Maga-Welt, von denen ihr Mann für gewöhnlich profitiert?

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Es würde zu einem Problem passen, mit dem Donald Trump gerade kämpft: Rechte Podcaster, die ihm einst zum Wahlsieg verhalfen, stellen sich im Iran-Krieg gegen ihn. Am Donnerstag beschimpfte er sie in einem langen Beitrag auf seiner Plattform Truth Social. Das seien dumme Menschen, schrieb Trump, sie seien von TV-Sendern hinausgeworfen worden und täten nun alles für billige Aufmerksamkeit und Klicks. Diese totalen Verlierer verbreiteten nichts als Lügen.

Der Präsident klang in seinem Beitrag fast so verzweifelt wie seine Frau am Rednerpult. Die Boshaftigkeiten, die Verschwörungserzählungen dieses Universums: Auf einmal richten sie sich gegen sie selbst. Als würden sie die Geister, die sie riefen, nicht mehr los. Man möchte den Trumps und ihrer Maga-Anhängerschaft zurufen: Versucht es mal mit den traditionellen Medien. Vielleicht sind die doch nicht so böse.

Viel interessanter als die Doku über die First Lady ist, wie über „Melania“ geredet wird. In Deutschland tut sich die „Welt“ mit einem bemerkenswerten Beitrag hervor.

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