SZ 22.03.2026
10:30 Uhr

(+) USA: Irrsinn in Gottes Auftrag


Der US-Präsident wurde für seinen Iran-Krieg von Jesus Christus gesalbt und reißt nun vor Japans Premierministerin Witze über Pearl Harbor: Seit Trump regiert, gilt das Anormale als normative Größe – und die Welt macht mit.

(+) USA: Irrsinn in Gottes Auftrag

Als ich vergangene Woche im Zug saß, stieg in Philadelphia eine kleine runde Frau ein, die ihr Handy ans Ohr hielt und von Youtube deutlich hörbare Erweckungsgesänge empfing. Den Segen der Airpods kannte die Frau dagegen nicht, nur eben den Segen der Männerstimme, die unablässig von Gottes Werken sang und zwischendrein sehr akzentuiert betete. Wäre ich in einem deutschen ICE unterwegs gewesen, hätte ich bestimmt etwas gesagt. Ich hätte die Frau höflich gebeten, das Ding leiser zu drehen, wäre aber auf keinen Fall polemisch auf den Inhalt ihres Hörerlebnisses eingegangen, weil ich keine religiösen Gefühle verletzen möchte.

Nicht nur die Touristen bleiben aus, auch Berlinern gefällt ihre eigene Stadt nicht mehr. Außer fürs Kaputtsparen scheint sich dort niemand mehr für irgendetwas zuständig zu fühlen. Klage einer Anwohnerin.

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