SZ 30.03.2026
16:05 Uhr

(+) Todesstrafe in Israel: Dieses Gesetz ist so ruchlos


Die Knesset beschließt die Wiedereinführung einer Sanktion, die seit Jahrzehnten ausgesetzt war. Und sie soll nur für Palästinenser gelten.

(+) Todesstrafe in Israel: Dieses Gesetz ist so ruchlos
Er schmückt sich tatsächlich mit einer Henkersschlinge am Revers: Israels rechtsextremer Sicherheitsminister Itamar Ben-Gvir. Amir Cohen/REUTERS

Das israelische Parlament hat am Montag die Wiedereinführung der – jahrzehntelang ausgesetzten – Todesstrafe beschlossen, aber nur für Palästinenser. Proteste aus dem Ausland, von israelischen Juristen, Menschenrechtsorganisationen und Politikern wurden vom Initiator, dem rechtsextremen Minister Itamar Ben-Gvir, ignoriert. Es handelt sich um einen  Akt der politischen Ruchlosigkeit. Dass die Änderung des Strafgesetzes eine abgemilderte Variante früherer Entwürfe ist, dass ursprünglich nur der Mord an Juden mit der Todesstrafe geahndet werden sollte, was den offen rassistischen Charakter auf die Spitze getrieben hätte – das nimmt seinem Gesetz nichts von seiner verheerenden Wirkung. Diejenigen, die Israel als Apartheid- und Unrechtsstaat betrachten, werden sich bestätigt sehen. Die Apologeten der rechtsgerichteten israelischen Regierung werden sich erneut hinter Antisemitismusvorwürfen verschanzen.

In Israel soll künftig wieder hingerichtet werden, die Knesset hat einen entsprechenden Entwurf angenommen. Betroffen wären allerdings nur Palästinenser. Menschenrechtler sind entsetzt, auch aus Deutschland kommt Kritik.

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