SZ 29.09.2026
17:48 Uhr

(+) Theater: Theater wie Netflix, nur besser


Karin Beier setzt am Deutschen Schauspielhaus Hamburg ihre Antikenserie fort – mit Roland Schimmelpfennigs Argonauten-Zyklus „Fremde Sonne“. Der dauert acht Stunden und ist ein Ereignis.

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Am Ende reißt es zwar nicht das gesamte Publikum von den Sitzen, wie man es hier auch schon erlebt hat, doch die Begeisterung ist riesig. Langer, liebender, dankender Beifall. Man spürt Theaterglücksfunken stieben. Der Jubel gilt einem herausragenden Schauspielereignis – einem „Marathon“ von eindrucksvoller Machart und insgesamt acht Stunden Dauer, der sich wohldosiert, mit zuschauerschonenden Pausen, über zwei Tage zog. Künftig kann, wer will, einzelne Folge des exquisit besetzten Mehrteilers auch gesondert buchen. Exzesserprobte Castorf-Fans können über so einen Häppchen-Schongang nur milde lächeln.

Christopher Nolan zeigt seinen Helden in „Die Odyssee“ geschunden, abgründig und mit austrainierten Schulterpartien. Kann es sein, dass hier ein fast schon episches Missverständnis vorliegt?

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