SZ 05.06.2026
10:31 Uhr

(+) TSV 1860 München: Ismaik kündigt juristische Prüfung an


Nachdem der Stammverein der Löwen den Kooperationsvertrag gekündigt hat, erklärt der Investor, er wolle die „vertraglichen Rechte wahren“. Fans setzen die Spielbetriebsgesellschaft unter finanziellen Druck.

(+) TSV 1860 München: Ismaik kündigt juristische Prüfung an

Am Donnerstagabend verkündete der Stammverein des TSV 1860 München eine Nachricht, die viele Fans euphorisierte, manchen aber auch große Sorgen bereitete: Er hat den Kooperationsvertrag mit Investor Hasan Ismaik gekündigt. Die Spielbetriebsgesellschaft (KGaA), die zu 60 Prozent Ismaik gehört, hat damit ihren Zweck und Wert verloren. Das Spielrecht liegt beim Stammverein (e.V.), der Weg für einen Neuanfang in der Regionalliga Bayern soll geebnet sein. Nur: Was tut Ismaik, der dann alles verloren hätte?

Der SZ machte er deutlich, dass er juristische Schritte gegen die Kündigung einleiten wolle. „Wenn der Verein der Ansicht ist, dass die Kündigung des Kooperationsvertrags der richtige Weg für seine Zukunft ist, dann ist das seine Entscheidung“, teilte er mit. „Wir unsererseits werden diesen Schritt sorgfältig und unter rechtlichen Gesichtspunkten prüfen und dabei alle unsere vertraglichen Rechte wahren.“

Ismaik ergänzte: „Was mich wirklich traurig stimmt, ist nicht die Kündigung einer Vereinbarung an sich, sondern die Tatsache, dass eine fünfzehnjährige Reise zu Ende gegangen ist, ohne dass es uns allen gelungen ist, das Maß an Vertrauen und Zusammenarbeit aufzubauen, das der Verein gebraucht hätte, um voranzukommen.“

Unterdessen geben die 1860-Anhänger scharenweise und organisiert ihre gekauften Drittliga-Dauerkarten zurück. Es ist sogar eine Vorlage im Umlauf, wie man formal korrekt kündigt: „Sehr geehrte Damen und Herren, hiermit erkläre ich aufgrund der aktuellen Entwicklungen und des Entzugs der Drittliga-Lizenz meinen Rücktritt vom Kauf meiner Dauerkarte(n) für die Saison 2026/27. Bestellnummer: Bitte erstatten Sie mir den bereits bezahlten Kaufpreis auf folgendes Konto: Mit freundlichen Grüßen.“

Zusätzlich zur Sonderkündigung des Hauptsponsors „Die Bayerische“ und zu den Rückstellungen für den Prozess gegen den früheren Geschäftsführer Oliver Mueller setzt dies die Spielbetriebs-KGaA, die von der Insolvenz bedroht ist, unter weiteren finanziellen Druck. Ismaik hatte bereits angekündigt, sie nicht mit einer weiteren Millionenspritze retten zu wollen. Die Gründung einer neuen Spielbetriebsgesellschaft ist nach SZ-Informationen in Vorbereitung.

Der Verein will mit dem Investor nicht mehr zusammenarbeiten und bereitet sich auf eine Insolvenz der Profifußball-Gesellschaft vor.

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