SZ 07.05.2026
16:48 Uhr

(+) „Spatenhaus an der Oper“: Banden-Betrug in Münchner Traditionswirtshaus? Razzia bei 50 Mitarbeitern


Die bekannte Wiesnwirte-Familie Kuffler zeigt sich entsetzt: In ihrem „Spatenhaus an der Oper“ sollen Beschäftigte im großen Stil abkassiert haben. Mit welcher Masche sie vorgegangen sein sollen und wie alles aufflog.

(+) „Spatenhaus an der Oper“: Banden-Betrug in Münchner Traditionswirtshaus? Razzia bei 50 Mitarbeitern

Beschäftigte des Spatenhauses an der Oper sollen ihren Arbeitgeber jahrelang und im großen Stil um Einnahmen betrogen haben. Diesen Vorwurf erhebt die Kuffler-Gruppe als Betreiber der Gaststätte am Donnerstag in einer Mitteilung. Ein Sprecher des Polizeipräsidiums München bestätigte, dass seit dem Morgen in und um München Durchsuchungsbeschlüsse des Amtsgerichts München bei 50 Personen aus der Belegschaft vollstreckt worden seien.

Bei den durchforsteten Objekten handelte es sich überwiegend um Privatwohnungen, in einigen Fällen auch um Spinde am Arbeitsplatz. Die etwa 130 eingesetzten Beamten stellten vor allem digitale Speichermedien, Handys und Laptops sicher, um dem Vorwurf eines schweren Bandendiebstahls nachzugehen. 44 Verdächtige wurden angetroffen und vernommen, eine Person wurde vorläufig festgenommen. Ermittelt wird gegen 45 Männer und fünf Frauen im Alter zwischen 25 und 69 Jahren.

Wie der Polizeisprecher weiter mitteilte, sei das Präsidium im März 2025 von den Wirten der Gaststätte, den Brüdern Stephan und Sebastian Kuffler, über den Verdacht von betrügenden Mitarbeitern informiert worden. Das für Eigentumsdelikte mit Bandenbezug zuständige Kommissariats 51 habe die Ermittlungen aufgenommen und festgestellt, dass etliche Mitarbeiter Speisen und Getränke offensichtlich nicht ordnungsgemäß boniert, sondern bei Barzahlungen das Geld in die eigene Tasche gesteckt hätten. Gäste des Restaurants seien nicht geschädigt worden, Kartenzahlungen nicht betroffen gewesen. Ob es bei den Taten eine feste Struktur mit klarer Hierarchie unter den Verdächtigen gegeben habe, müssten nun die weiteren Nachforschungen zeigen.

„Die volle Höhe des Schadens steht noch nicht fest, wenn er überhaupt abschließend festgestellt werden kann“, heißt es in der Pressemitteilung der Kuffler-Gruppe, deren Geschäftsführer Stephan und Sebastian Kuffler sind. Die Polizei schätzt, dass sich der Schaden „möglicherweise im sechsstelligen Bereich“ bewegt. Der Betrugsverdacht sei aufgekommen, weil sich die Erträge des Restaurants nach der Corona-Pandemie nicht gebessert hätten. Deshalb hätten sie schließlich Kontakt zur Polizei aufgenommen.

In der Mitteilung zeigte sich Stephan Kuffler fassungslos – nicht nur über den wirtschaftlichen Schaden, sondern über den damit einhergehenden Vertrauensmissbrauch: „Mein Bruder und ich sind zutiefst erschüttert. Menschen, denen wir selbst in privaten Belangen zur Seite standen, haben uns über viele Jahre hinweg auf das Perfideste belogen und bestohlen. Es bleiben gewaltige Enttäuschung und zerrüttetes Vertrauen.“

Wie es jetzt weitergeht für das Unternehmen im Allgemeinen und das Spatenhaus im Besonderen, dazu wollten sich die Kufflers nicht weiter äußern, sie verweisen auf die laufenden Ermittlungen. Ihre Pressesprecherin erklärte auf Nachfrage, dass der Restaurantbetrieb weiterlaufe, wenn auch an diesem Donnerstag nur im ersten Stock des Hauses. Um den Betrieb dauerhaft gewährleisten zu können, soll Personal aus anderen Häusern eingesetzt werden. Die Familie Kuffler betreibt neben dem Weinzelt auf dem Oktoberfest etwa auch das Seehaus im Englischen Garten, den Haxnbauer im Tal und das asiatische Restaurant Mangostin.

Der Gastronom Moritz Haake und der frühere Sternekoch Johann Rappenglück wollen nach den Michelin-Sternen greifen. Eine besondere japanische Fine-Dining-Idee verlangt den Gästen des Raya im Königshof einiges ab – Pünktlichkeit zum Beispiel.

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