In Rheinland-Pfalz ist am Sonntag höchstwahrscheinlich eine Ära zu Ende gegangen. Die Ära bestand nicht allein darin, dass hier die SPD seit 35 Jahren die Landesregierung angeführt hat – in einem Bundesland, dessen katholisch-ländliche Struktur eigentlich keine Bedingungen für ein sozialdemokratisches Herzland schafft. Die Ära bestand auch darin, dass über all diese Jahrzehnte die Regierungskonstellation sozusagen klassisch westdeutsch war: Eine dominierende Partei formt mithilfe von ein, zwei kleineren Parteien eine parlamentarische Mehrheit. (Abgesehen von den Jahren zwischen 2006 und 2011, in denen der SPD das gänzlich Unwahrscheinliche gelang: Sie hatte die absolute Mehrheit.)
