Erstes Reiseziel von Péter Magyar: Warschau. Der Mann, der nach 16 Jahren Ungarn den politischen Wandel gebracht hat, hatte schon vor der Wahl angekündigt, dass er im Falle des Wahlsieges Polen seinen ersten Auslandsbesuch abstatten würde. Das können beide Seiten gut mit Jahrhunderten eng verknüpfter Geschichte begründen. Vor allem aber ist es eine Solidaritätsbekundung an die Regierung von Ministerpräsident Donald Tusk, ein gemeinsames Bekenntnis zur EU und eine Ansage an den politischen Gegner: die rechtsnationale PiS-Partei, die Viktor Orbán im Wahlkampf unterstützt hatte. Im Oktober 2023 hatte PiS die Wahl in Polen verloren, war nach acht Jahren von einer Allianz mehrerer Parteien im konservativ-liberalen bis linken Spektrum besiegt worden.
