SZ 31.03.2026
10:40 Uhr

(+) Ostseeküste: Buckelwal in der Bucht von Wismar schwimmend gesichtet


Seit Tagen lag der Wal in der Bucht vor Wismar im flachen Wasser. Nun hat das angeschlagene Tier es geschafft, loszuschwimmen. Die Hoffnung ist, dass es Richtung Norden zieht.

(+) Ostseeküste: Buckelwal in der Bucht von Wismar schwimmend gesichtet

Der Buckelwal ist nach seinem zwischenzeitlichen Abtauchen erneut in der Ostsee vor Wismar gesichtet worden. Er schwimme frei, teilte das Deutsche Meeresmuseum mit. Das war auch auf Bildern einer Live-Kamera zu sehen, auf denen sich das Tier bewegt. Es sei zu hoffen, dass der Buckelwal Richtung Norden schwimmt, sagte eine Sprecherin des Meeresmuseums.

Der Buckelwal lag seit mindestens Samstag in der Bucht vor Wismar in flachem Wasser. Am Montagabend hatte sich der Wal mit weiter steigendem Wasserstand dann bewegt und war abgetaucht. Da er wegen der Dunkelheit nicht mehr zu sehen war, fuhren die Boote in der Nacht zurück.

Das Schicksal des Buckelwals in der Ostsee gleicht einem klassischen Drama in fünf Akten. Rührt es uns deshalb so an? Oder liegt es an der besonderen, sagenumwobenen Beziehung des Menschen zu den Meeresriesen?

„Die Ruhe, die wir dem Wal gegeben haben, hat sich ausgezahlt. Er hat genug Kraft getankt, um auf die Motivation durch unser Boot zu reagieren und loszuschwimmen“, sagte der Umweltminister von Mecklenburg-Vorpommern, Till Backhaus (SPD), am Abend. Bereits am Montagnachmittag hatten Wissenschaftler, Umweltschützer und Umweltminister Backhaus versucht, Kontakt zu dem Tier aufzunehmen. Der Wal habe auf die Annäherung des Boots reagiert und agiler gewirkt, sagte ein Ministeriumssprecher.

„Der Wal kämpft – aber er ist angeschlagen“, so Backhaus. Jetzt müsse er sich selbst helfen. Der wissenschaftliche Direktor des Deutschen Meeresmuseums, Burkard Baschek, sagte: „Wir haben uns mit internationalen Experten ausgetauscht, die uns geraten haben, den Wal mit Lärm zu aktivieren. Dafür haben wir die richtige Situation abgewartet.“ Sandra Schöttner von der Umweltorganisation Greenpeace bezeichnete die Aktion als „guten ersten Schritt auf dem Weg“, auch wenn der Weg des Wals noch weit sei. Der Buckelwal lag seit mindestens Samstag in der Bucht vor Wismar in flachem Wasser und wurde vor Schaulustigen abgeschirmt.

Der Buckelwal war zunächst in der Nacht zum 23. März auf einer Sandbank in Schleswig-Holstein vor dem Timmendorfer Strand gestrandet. In der Nacht zum Freitag gelang es dem Tier, das flache Wasser zu verlassen, nachdem Helfer eine Rinne ausgehoben hatten. Am Samstag wurde er dann vor Wismar in flachem Wasser gesichtet. Nach Angaben des Umweltministeriums war der Wal seit dem 3. März im küstennahen Bereich der Ostsee unterwegs. Laut der Meeresschutzorganisation Sea Shepherd hatte sich das Tier in einem Stellnetz verfangen.

Das nun vor Wismar liegende Tier beschäftigt seit Tagen Helfer und Mitfühlende. Eigentlich gehört der Wal in den Atlantik.

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