SZ 23.06.2026
14:10 Uhr

(+) Oper: Hier gibt es keine Erlösung


Eine konsequent kluge Regie und zudem ein spannendes Rollendebüt: Wagners „Tannhäuser“ am Opernhaus Zürich gerät zu einer unendlichen Lebensflucht des Titelhelden.

(+) Oper: Hier gibt es keine Erlösung
Eric Cutler als Tannhäuser, umgeben von anderen Rom-Pilgern. Herwig Prammer

Obwohl diese Neuinszenierung von Richard Wagners „Tannhäuser“ am Opernhaus Zürich das Werk keineswegs ironisiert, gibt es hier einen fantastischen Witz. Im ersten Akt kehrt Tannhäuser vom Venusberg zurück in die Welt seiner Sängerkollegen. Er trifft auf den Landgrafen Hermann, auf Wolfram von Eschenbach und die anderen vier Sänger, sie kommen mit einem Auto, einem Mercedes-Leichenwagen. Dies kann man durchaus als Hommage an die legendäre Inszenierung des „Tannhäusers“ von Tobias Kratzer in Bayreuth begreifen. Man sieht das Innere groß im Video, am Steuer sitzt Wolfram, Christian Gerhaher, der sich gegen das Gefeixe der anderen wehrt, schließlich muss er fahren. Und kracht mit dem Gefährt dann auch ruppig auf die Bühne. Neben ihm hängt Hermann, Christof Fischesser, weit zurückgelehnt auf dem Beifahrersitz. Fischesser spielt den tiefergelegten Landgraf mit grandioser Inbrunst, er gibt auch im weiteren Verlauf der Figur viel mehr Leben mit als üblich, stimmlich hervorragend knackig.

Es ist eine Überraschung: Petr Popelka ist erst seit sieben Jahren Dirigent – nun wird er 2029 Generalmusikdirektor der Bayerischen Staatsoper. Einer der Gründe: Die Chemie zwischen ihm und dem Orchester stimmt. Warum?

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