SZ 24.04.2026
12:42 Uhr

(+) Neuer Tarif: Lufthansa fordert künftig Geld für Handgepäck-Trolleys


Mindestens 15 Euro soll die Mitnahme eines kleinen Koffers bald kosten. Der Konzern führt dafür einen neuen Tarif ein.

(+) Neuer Tarif: Lufthansa fordert künftig Geld für Handgepäck-Trolleys

Bei Billig-Airlines ist es schon lange üblich, nun zieht auch die Lufthansa nach: Wer preiswert fliegen und zugleich einen Trolley mit an Bord nehmen will, wird künftig noch einmal extra zur Kasse gebeten. Die neue Vorgabe gilt für Kurz- und Mittelstrecken. Mindestens 15 Euro soll die Mitnahme eines Trolleys bei der Lufthansa kosten.

Es gebe einen neuen „attraktiven“ Einstiegstarif, bei dem nur ein kleines Gepäckstück wie eine Laptop- oder Handtasche ohne Aufpreis in die Kabine mitgenommen werden kann, ist auf der Website des Konzerns zu erfahren. Tasche oder Rucksack dürfen das Format 40 x 30 x 15 Zentimeter nicht überschreiten.

In London-Heathrow dürfen die Passagiere künftig wieder deutlich mehr Flüssigkeit mit ins Handgepäck nehmen. Andere europäische Flughäfen ziehen nach.

„Der neue Basic-Tarif bietet beispielsweise Tagesreisenden eine zusätzliche Wahlmöglichkeit ⁠zu einem attraktiven Einstiegspreis“, heißt es von der Lufthansa. Der Basic-Tarif werde unter dem Preis der heutigen Economy Light liegen, sagte ein Sprecher. Der neue Tarif kann von 28. April an gebucht werden und gilt für Reisen ab dem 19. Mai.

Bisher ‌war es Lufthansa-Kunden möglich, ‌die standardmäßige Handgepäcksgröße von 55 x 40 x 23 Zentimeter mit maximal acht Kilo Gewicht gratis mitzunehmen.

Viele Urlaubs- und Geschäftsreisende beschränken sich auf kleines Gepäck, um den günstigsten Tarif zu buchen und nach der Ankunft ohne Wartezeiten am Gepäckband ihrer Wege zu gehen. Doch das erhöht häufig den Zeitaufwand beim Boarding, weil viel Gepäck in den Fächern verstaut werden muss und der Platz oft knapp wird.

Am ‌Gate werden Reisende dann gebeten, die Rollkoffer doch noch einzuchecken – kostenfrei. Künftig soll für den Trolley an ‌Bord oder im Laderaum ‌bei der Lufthansa also bezahlt werden. Der neue Tarif soll bei Lufthansa, Swiss, Austrian, Brussels, Discover Airlines und bei Air Dolomiti schrittweise auf ausgewählten Strecken eingeführt werden. Air France führte einen solchen Basistarif im vergangenen Jahr ‌ein.

Die Airlines stückeln schon länger das Produkt Flug immer weiter in Einzelleistungen auf, die separat bepreist werden, um mehr Geld zu verdienen. Auch bei der Lufthansa steigen die Umsätze der sogenannten Zusatzleistungen. So kommt beim Light-Tarif ab Mai gegen Gebühr die ⁠Option einer Umbuchung hinzu. Das bringe den Kunden mehr ‌Flexibilität und Planungssicherheit. ‌Im aktuellen Tarif Economy Classic kostet das den Reisenden auf der Kurzstrecke 70 Euro extra.

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