SZ 06.08.2026
17:27 Uhr

(+) Mutmaßlicher Anschlagsversuch am Flughafen Leipzig: Anschlag auf Munitionstransporte geplant?


Der Flughafen Leipzig/Halle entging womöglich nur knapp einer Katastrophe: Nach Informationen von SZ, NDR und WDR war eine ukrainische Frachtmaschine, neben der eine Sprengstoff-Drohne entdeckt wurde, am Vortag noch mit Munition beladen.

(+) Mutmaßlicher Anschlagsversuch am Flughafen Leipzig: Anschlag auf Munitionstransporte geplant?

In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch wurde am Flughafen Leipzig/Halle eine Drohne gefunden, an der ein Sprengsatz befestigt war. Untersuchungen der Kriminaltechnik ergaben, dass es sich offenbar um hochexplosiven Sprengstoff handelte, wie ihn das Militär verwendet.

Süddeutscher Zeitung (SZ), NDR und WDR liegen neue Details zu dem Vorfall vor: Demnach war eines der Antonow-Frachtflugzeuge, neben dem die Sprengstoff-Drohne gefunden wurde, am Vortag noch mit militärischer Munition beladen, die offenbar ursprünglich kurz zuvor aus Frankreich nach Leipzig transportiert wurde und für den Weitertransport vorgesehen war. In einem vertraulichen Bericht der Polizei heißt es dazu: „In einem Frachtflugzeug, neben dem die Drohne festgestellt wurde, befand sich Munition. Die Überprüfung des Routing ergab eine Ankunft in Leipzig Halle aus Frankreich.“

Am Flughafen Leipzig wird neben einem ukrainischen Transportflieger eine Drohne mit Sprengstoff gefunden. Der Innenminister spricht von „professioneller Technik“.

Inzwischen erklärte das Bundesinnenministerium den Obleuten des Innenausschusses des Bundestages jedoch, die Maschine sei leer gewesen. Aus dem Ministerium heißt es, mittlerweile gebe es einen neuen Ermittlungsstand: Demnach habe das ukrainische Flugzeug kurz zuvor Munition aus Frankreich über Leipzig in Richtung Osten transportiert. Die Maschine soll jedoch ohne Munition nach Leipzig zurückgekehrt sein.

Wer für den mutmaßlichen Anschlagsversuch verantwortlich ist, ist noch unklar. Über den Leipziger Flughafen werden militärische Transporte für die Nato abgewickelt.

Nach Erkenntnissen der Ermittlungsbehörden sollen Mitarbeiter des Flughafens am vergangenen Dienstagabend um 23.42 Uhr eine Drohne bemerkt haben, als sie „schwebend“ zwischen zwei Antonow-Frachtflugzeugen der staatlichen ukrainischen Fluggesellschaft Antonov Airlines über dem Boden flog.

Daraufhin, so heißt es in einem Behördenbericht, sei es zu „einem Kontakt zwischen der Drohne und einem Mitarbeiter“ gekommen. Die Drohne habe anschließend auf dem Boden gelegen. Eine Sensorik zur Drohnenabwehr, die offenbar am Flughafen Leipzig/Halle existiert, habe das Flugobjekt zuvor nicht erkannt. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt hatte am Mittwochabend erklärt, die Drohne sei von den Tätern vermutlich so modifiziert gewesen, dass Abwehrsysteme gezielt umgangen werden konnten. Dobrindt sprach von einer „neuen Gefahrenqualität“ und einem „hybriden Anschlagsszenario“.

Im Fokus der Ermittlungen steht jedoch weiterhin vor allem die mit Sprengstoff präparierte Drohne. Den Entschärfern des LKA Sachsen war es gelungen, den Zünder zu entfernen, um weitere Untersuchungen an der Drohne vornehmen zu können. Ein etwa faustgroßes Paket Sprengstoff soll demnach an dem Fluggerät befestigt gewesen sein. Mehrfache Tests der Masse ergaben, dass es sich wahrscheinlich um Semtex handelt – ein Sprengstoff, der sowohl beim Militär als auch in der Industrie verwendet wird.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version dieses Textes hieß es, dass sich Munition im Frachtflugzeug neben der Drohne befunden habe. Neuen Ermittlungserkenntnissen der Bundespolizei zufolge hat das Flugzeug jedoch tatsächlich am Vortag Munition für die Ukraine transportiert. Die Maschine soll nach diesen neuen Erkenntnissen zum Zeitpunkt des Drohnenfundes leer am Flughafen Leipzig/Halle gestanden haben.

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