SZ 18.05.2026
12:14 Uhr

(+) Muskelsucht: „Ich hab mir ans Bein gefasst und gedacht: Der Muskel ist kleiner als gestern“


Niklas Kabisch geht sechsmal die Woche ins Fitnessstudio und schaufelt Proteine in sich hinein, bis er erbrechen muss. Trotzdem empfindet er seinen Körper als undefiniert. Über eine Störung, die vor allem Männer betrifft.

(+) Muskelsucht: „Ich hab mir ans Bein gefasst und gedacht: Der Muskel ist kleiner als gestern“

Irgendwann warf Niklas Kabisch die roten Linsen einfach in den Mixer, 300 Gramm. Das ist das Drei- bis Vierfache einer normalen Portion, für ihn war es Standard. Hauptsache, Proteine, möglichst viele, möglichst schnell. Acht Jahre ist das her, Niklas Kabisch war damals 20 Jahre alt. Er erzählt, wie er die Linsen aus einer Tupperdose in der Straßenbahn löffelte, danach ging es im Laufschritt zum Hörsaal. Niklas Kabisch studierte Psychologie, doch seine Gedanken kreisten nicht um Seminare oder Vorlesungen, sondern hauptsächlich um seinen Körper. Er wollte zunehmen – und die ganze Masse in Muskeln umwandeln. Dafür ging er sechsmal in der Woche ins Fitnessstudio. Das Studio hatte jeden Tag 24 Stunden geöffnet. Perfekt für ihn: Manchmal trainierte er morgens um fünf Uhr, manchmal nachts um halb eins.

Daniel Schmer ist mit der Abnehmspritze zwar 25 Kilogramm leichter geworden, aber das erschwert für ihn auch manches. Das Medikament könnte Nebenwirkungen haben, die in keinem Beipackzettel stehen.

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