|
08.07.2026
15:49 Uhr
|
Wie viele Menschen insgesamt verletzt wurden, bleibt zunächst unklar. Für Eltern ist eine Anlaufstelle am Feuerwehrhaus in der Bahnhofstraße eingerichtet.

Bei einer möglichen Amoktat an einem Gymnasium in Oberbayern sind am Mittwoch laut einer Polizeisprecherin mindestens zwei Mädchen schwer verletzt worden. Die beiden seien ins Krankenhaus gebracht worden, sagte die Sprecherin. Ob sie in Lebensgefahr schwebten, blieb zunächst unklar.
Der mutmaßliche Täter, laut Polizei ein 16-Jähriger, war nach Worten von Innenminister Joachim Herrmann (CSU) nach ersten Erkenntnissen auch mit einer Schusswaffe bewaffnet. „Wir gehen von einem Täter aus, der hier mit Messer und auch einer Schusswaffe unterwegs war“, sagte Herrmann am Rande einer Veranstaltung der CSU-Fraktion am Chiemsee. Zunächst wurde nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur keine Schusswaffe gefunden, wohl aber Munition.
Einen weiteren Täter gibt es nach Worten Herrmanns nach derzeitigem Stand nicht. Zeitweilig habe es zwar entsprechende Gerüchte gegeben, sagte er. Dafür gebe es aber keine belastbaren Hinweise.
Auch ob die beiden Mädchen Schülerinnen des Gymnasiums sind, müsse noch geklärt werden, sagte die Polizeisprecherin. Wie viele Menschen insgesamt wie schwer verletzt wurden, blieb zunächst unklar. Ein Polizeisprecher sprach zunächst von einer einstelligen Zahl.
Der mutmaßliche Täter sei nach dem Vorfall in Schongau festgenommen worden, teilte die Polizei mit. Auch bei ihm blieb zunächst unklar, ob er am Welfen-Gymnasium, auf dessen Gelände sich der Vorfall ereignete, zur Schule ging.
Die Polizei hatte zuvor mitgeteilt, dass sie mit zahlreichen Beamten in Schongau im Einsatz sei. Der Notruf, der den Großeinsatz ausgelöst hat, ist nach Angaben eines Sprechers um kurz nach 12.50 Uhr eingegangen. Den Beamten sei es „relativ zeitnah“ gelungen, den mutmaßlichen Täter festzusetzen. Zu Grund und Anlass der mutmaßlichen Gewalttat äußerte sich die Polizei nicht. Vorläufigen Angaben zufolge gab es wohl Verletzte an mehr als einer Stelle auf dem Schulgelände.
Von Aschaffenburg bis Berchtesgaden: Das Bayern-Team der SZ ist im gesamten Freistaat für Sie unterwegs. Hier entlang, wenn Sie Geschichten, News und Hintergründe direkt aufs Handy bekommen möchten.
Nach Angaben der ADAC-Luftrettung waren an dem Gymnasium mehrere Rettungshubschrauber im Einsatz. Insgesamt sechs Hubschrauber seien beteiligt gewesen, vier davon von der ADAC-Luftrettung, sagte ein Sprecher. Einer der vier Helikopter sei zur Versorgung von Verletzten genutzt worden.
Die Menschen vor Ort wurden aufgerufen, das Areal zu meiden. Die Polizei hat für Angehörige und Eltern der Schülerinnen und Schüler eine Anlaufstelle am Feuerwehrhaus an der Bahnhofstraße 46 in Schongau eingerichtet.
Schongau ist eine Kleinstadt am Ufer des Lechs im westlichen Oberbayern mit rund 13 000 Einwohnern. Das örtliche Welfen-Gymnasium ist mit gut 800 Schülerinnen und Schülern ein vergleichsweise kleines Gymnasium. Es liegt in der Nähe der Schongauer Altstadt und dort in unmittelbarer Nachbarschaft der Schongauer Mittelschule und der Pfaffenwinkel-Realschule.
Der Psychologe Hans-Joachim Röthlein betreute nach dem Amoklauf in einer Schule in Freising vor 20 Jahren Schüler und Lehrer. Ein Gespräch über die Frage: Wie kommen Menschen nach einem derartigen Schock wieder ins Gleichgewicht?
Lesen Sie mehr zum Thema
In anspruchsvollen Berufsfeldern im Stellenmarkt der SZ.
Sie möchten die digitalen Produkte der SZ mit uns weiterentwickeln? Bewerben Sie sich jetzt!Jobs bei der SZ Digitale Medien
Exklusive Gutscheine für SZ-Abonnenten: