Die 13-jährige Katelyn hat gerade den Gesangs-Contests „The Voice Kids“ gewonnen. Ihr Coach Michael Patrick Kelly scheint einiges richtig gemacht zu haben. Wie auch 2018, als er schon einmal ein Talent bei den Erwachsenen zum Sieg begleitete. Der Singer-Songwriter coacht vielleicht deshalb so gut, weil er selbst viel annimmt. Sechs Jahre lang bei Mönchen in einem Kloster, etwa. Auch von seinem Vater Daniel, dem Patriarchen der Kelly Family, hat er viel fürs Leben gelernt. „Er zeigte mir, wie man lebt, wie man stirbt, wie man kämpft, wie man etwas Böses in etwas Gutes wandelt“, singt Kelly über ihn auf seinem aktuellen Album „Traces“. Und musikalisch hat der 48 Jahre alte Weltreisende, der in München lebt, ohnehin nie ausgelernt. Vor „Traces“ etwa besuchte er einen alten Freund in London, Wil Malone, der für The Who, Oasis, Black Sabbath und The Verve („Bitter Sweet Symphony“) Streicher-Arrangements gezaubert hat. Auch für Kelly schwang der 85-Jährige dann noch einmal den Dirigentenstab in einer alten zum Studio umgebauten Kirche – „da sind mir die Tränen gekommen“. Nicht zum einzigen Mal auf dem Album.
